{"id":130,"date":"2012-05-26T20:32:03","date_gmt":"2012-05-26T19:32:03","guid":{"rendered":"http:\/\/mkontour.rtwblog.de\/?p=130"},"modified":"2012-05-26T20:32:03","modified_gmt":"2012-05-26T19:32:03","slug":"belgien-extreme-gastfreundschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mkontour.rtwblog.de\/?p=130","title":{"rendered":"Belgien &#8211; extreme Gastfreundschaft"},"content":{"rendered":"<p>Belgien &#8211; ebenfalls ein Land, von dem wir kein grosses Wissen hatten. Aber dieses Land sollte uns in seeeehr guter Erinnerung bleiben :). Wir fuhren nach Geraardsbergen, wo wir eine alte Kollegin, Lut, von meinem Mami besuchten. Ich kannte Lut und ihr Mann Willy nur von Briefen, Fotos und dem Weihnachtspaket, das wir jedes Jahr erhielten (oder immer noch erhalten). Regula und ich waren wieder etwas aufgeregt, und hofften, dass wir keine grosse Schwierigkeiten haben werden, das Haus zu finden. Aber wir waren ein super Team. Es gab nichts, was wir nicht finden konnten :). Als wir in die Einfahrt einfuhren, kam uns bereits Lut mit offenen Armen entgegen. Sie erfreute sich sichtlich an unserem Besuch. Nach einer herzlichen Begr&#252;ssung, erfuhren wir, dass Willy ab heute pensioniert ist. Ausserdem sagte mir mein Mami noch per Mail, dass Lut am folgenden Tag ihren Geburtstag feiern wird. Das war uns doch nirgends recht, dass wir an diesen speziellen Tagen einfach so hereinplatzten. Aber Lut und Willy freuten sich, diese Tage mit uns zu verbringen.\u00a0 Wir plauderten &#252;ber Dieses und Jenes und sahen uns alte Fotos an. Ich musste schon schmunzeln, als ich mein Mami und mein Gotti in jungen Jahren sah. Lut erz&#228;hlte mir mit strahlenden Augen von dieser Zeit\u2026Sp&#228;ter wurden wir zu Tisch gebeten, und es wurde uns eine belgische Spezialit&#228;t aufgetischt. Mhmmmm! Gegen Mitternacht gingen wir dann langsam zu Bett. Das erste Mal, dass Regula und ich nicht im gleichen Raum schliefen. Am n&#228;chsten Morgen (Lut\u2019s Geburtstag) besuchten wir mit ihnen eine Mozartmesse. Das war ein Gottesdienst mit musikalischer Begleitung. Anstatt den normalen Gebetsliedern, umrahmte ein Orchester mit einem Chor zusammen die Messe mit Mozartliedern. Eine Freundin von Lut sang im Chor mit, und deshalb gingen wir in diese Mozartmesse. Anschliessend lud uns diese Freundin, Lydia, auch gleich zum Ap\u00e9ro ein. Danach gings zur&#252;ck zum Haus, wo es Lunch gab. Am Nachmittag besuchten wir einige sch&#246;ne Pl&#228;tze in Geraardsbergen. Die Sonne scheinte, und wir genossen den wundersch&#246;nen Nachmittag. Auf dem Nachhausweg machten wir noch einen Stopp bei Lut\u2019s Mutter. Sie ist 94 Jahre alt, und lebt noch immer alleine in ihrer Wohnung. Lut und ihre Schwester erledigen die Eink&#228;ufe, kochen und helfen beim Putzen. Die Oma hatte Freude, Besuch aus der Schweiz zu haben. Sie ist noch \u201er&#252;stig\u201c, und machte einen fitten Eindruck. Als wir dann ein Foto machen wollten, sagte sie ganz verlegen, dass wir keine Fotos machen sollen, sie h&#228;tte noch keine Zeit gehabt zum Fris&#246;r zu gehen, und warf die H&#228;nde vor das Gesicht :). Auch im Alter hat man eine gewisse Eitelkeit, hehe.<\/p>\n<p>Am Vorabend haben wir Lut gesagt, dass wir sie an ihrem Geburtstag gerne bekochen w&#252;rden, wenn sie nicht schon andere Pl&#228;ne f&#252;r den Abend haben w&#252;rde. Gerne nahm sie unser Angebot an. Ihr k&#246;nnt euch ja schon vorstellen, was wir Lut und Willy auftischten. Ja, genau: &#196;lplermagron&#228; mit Apfelmus. Ihnen schmeckte es so gut, dass ich Lut das Rezept aufschreiben musste\/durfte. Schon wieder war ein Tag vergangen, und wir krochen zufrieden unter die Bettdecke. Br&#252;ssel stand auf dem n&#228;chsten Tagesprogramm. Lut fuhr uns freundlicherweise zum Bahnhof in Geraardsbergen, wo wir den Zug Richtung Br&#252;ssel bestiegen. Die Fahrt dauerte eine Stunde, glaube ich. Bin mir jetzt nicht mehr ganz sicher\u2026 Leider hatten wir dieses Mal kein Wettergl&#252;ck. Es war bis ca. um 14.00 Uhr trocken, aber dann regnete es pausenlos. Doch der Regen tr&#252;bte die Sch&#246;nheit der Stadt nicht. Da Br&#252;ssel sehr weitl&#228;ufig ist, haben wir uns entschieden, ein Tagesticket f&#252;r einen dieser Touristenbussen zu l&#246;sen. Das erste Mal, dass wir eine Stadt nicht nur zu Fuss erkunden. Die Stimme im Ohr beschrieb uns dann die verschiedenen Geb&#228;ude und Skulpturen beim Vorbeifahren. Wir stiegen aus, erkundeten etwas die Umgebung, und stiegen beim n&#228;chsten Bus wieder ein. So verbrachten wir einen sch&#246;nen Tag in Br&#252;ssel. Obwohl mir Br&#252;ssel gefallen hat, hat sie es nicht in die Top 3 meiner \u201efavorite cities\u201c geschafft. Das sind immer noch: Barcelona, Lissabon und San Sebastian. Willy holte uns am Abend am Bahnhof in Geraardsbergen ab. Bald darauf gab es das Abendessen. Wieder eine Landesspezialit&#228;t \u2013 belgische Fritten. Weder Regula, noch ich haben je etwas von diesen Pommes-Frites geh&#246;rt. Es sind selbst gemachte, seeeehr leckere Pommes. Regula konnte fast nicht genug davon kriegen ;). Dazu gab es einen schmackhaften Fisch mit Gem&#252;se. Wir liessen den letzten Abend bei den &#252;beraus gastfreundlichen und sympathischen \u201eGasteltern\u201c, Lut und Willy, mit einem \u201eZw&#228;tschg&#228;\u201c ausklingen. Am n&#228;chsten Morgen, nach dem Fr&#252;hst&#252;ck, r&#228;umten wir unser Hab und Gut wieder in den Bus ein. Beim Abschied erwartete uns noch eine &#220;berraschung. Lut &#252;berreichte uns ein schweres Paket. Ein &#220;berlebungspaket, wie sie es nannte :). Dazu gab es noch Milch, Zutaten f&#252;r den Lunch und 4 oder 5 Gl&#228;ser selbst gemachte Konfit&#252;re. Mir fehlten die Worte. Mir war das schon fast etwas unangenehm, so beschenkt zu werden. Aber ich nahm diese Geschenke nat&#252;rlich tausendmal dankend an.<\/p>\n<p>Unser Plan der Weiterfahrt hatte sich in der Zwischenzeit etwas ge&#228;ndert. Lut hatte eines Abends mit ihrer Tochter, Elke, telefoniert. Elke sagte Lut, dass Regula und ich doch noch nach Gent kommen sollen. Sie h&#228;tten gerade Besuch aus Israel, und der Israeli koche am Freitagabend ein israelisches Abendessen, zu dem wir auch kommen k&#246;nnen. Es werden ungef&#228;hr 9-10 Leute kommen. Unter anderem auch Matti (der Sohn von Lut u. Willy), der auch in Gent wohnt. Hmmm, das konnten wir uns doch nicht entgehen lassen. Da Gent eigentlich nicht auf unserem Routenplan stand, mussten wir unsere Weiterfahrt etwas ab&#228;ndern. Darunter musste nun halt Holland leiden, da wir jetzt mehr Zeit in Belgien verbringen werden, als urspr&#252;nglich geplant war. Unser neuer Streckenplan sah dann so aus: Donnerstag Antwerpen, Freitag Tagesausflug nach Brugge, und am Abend nach Gent zum Abendessen. Samstag Besichtigung von Gent. Samstagabend, oder Sonntagmorgen Weiterfahrt nach Rotterdam (Holland). So verliessen wir also das gem&#252;tliche Heim von Lut und Willy, und fuhren nach Antwerpen. Ein wundersch&#246;nes St&#228;dtchen, sag ich euch. Innert 40 Minuten war man vom Campingplatz im Stadtzentrum. Wir flanierten dann von Gasse zu Gasse, und machten im einen oder anderen Laden Halt. Im North Face Shop ergatterte ich dann ein Schn&#228;ppchen. Mit Regula hatte ich nat&#252;rlich eine Fachperson bei mir, die mir fachliche Auskunft &#252;ber diese Jacke geben konnte. Nat&#252;rlich war da auch noch Verkaufspersonal, aber Regula gen&#252;gte mir :). Da ich eh eine neue Jacke brauchte, ich habe bewusst eine &#196;ltere mitgenommen, kaufte ich diese zum halben Preis. Statt 300 Euro, nur noch 150 Euro. Nur knapp 190 CHF f&#252;r eine funktionelle NorthFace-Jacke \u2013 das ist doch ein super Schn&#228;ppchen. Bevor es zur&#252;ck zum Camping ging, g&#246;nnten wir uns noch einen Aperitif. Nachos mit Bier :). Hier lernten wir zum ersten Mal das \u201eBierland\u201c Belgien kennen. Wir wussten n&#228;mlich nicht, dass Belgien &#252;ber 100 verschiedene Biere produziert. So ging die Qual der Wahl los. Wir fragten\u00a0 dann die Servierd&#252;se um Rat. Schlussendlich entschied ich mich f&#252;r ein \u201eDuvel\u201c und Regula f&#252;r ein \u201eLa Chouffe\u201c. Die Servierd&#252;se erkl&#228;rte uns dann noch, dass das nicht normale Biere seien, sondern &#252;ber 7% Vol. haben. Wir sollten also langsam trinken\u2026 Man sp&#252;rte den Alkohol nat&#252;rlich schon mehr, als bei einem normalen Bier. Aber wegen einem Bier fallen wir ja nicht gerade vom Hocker.<\/p>\n<p>Als wir zur&#252;ck in unser Wohnzimmer stiegen, fiel mir das &#220;berlebungspaket von Lut ins Auge. Auspackeeeeeeen! Das was wie Weihnachten. Wir konnten unseren Augen kaum trauen, als wir das Paket ge&#246;ffnet hatten. Da war jetzt wirklich alles drin, und soooo viel! Sekt, Weisswein, Rotwein, versch. Pasta, getrocknete Tomaten, Risotto, Suppe, Sardinen u. Thunfisch in Dosen, Gew&#252;rze, Schokolade, Kekse,\u2026 kein Wunder war das Paket so schwer! Wir starrten die Lebensmittel nur so an, und strahlen &#252;ber das ganze Gesicht. Wow, mit so etwas hatten wir &#252;berhaupt nicht gerechnet! Wie lieb ist denn das?! Wir bedankten uns sp&#228;ter noch mal herzlich mit einer Postkarte bei Lut und Willy. Welch grossz&#252;gige Menschen das sind!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Belgien &#8211; ebenfalls ein Land, von dem wir kein grosses Wissen hatten. Aber dieses Land sollte uns in seeeehr guter Erinnerung bleiben :). Wir fuhren nach Geraardsbergen, wo wir eine alte Kollegin, Lut, von meinem Mami besuchten. 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