{"id":201,"date":"2012-07-18T16:35:43","date_gmt":"2012-07-18T15:35:43","guid":{"rendered":"http:\/\/mkontour.rtwblog.de\/?p=201"},"modified":"2012-07-18T16:35:43","modified_gmt":"2012-07-18T15:35:43","slug":"abenteuerliche-wanderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mkontour.rtwblog.de\/?p=201","title":{"rendered":"abenteuerliche Wanderung"},"content":{"rendered":"<p>Ich fuhr also querfeldein nach Norwegen. Es war eine fantastische, aber auch lange Fahrt \u2013 7h. Storjord ist gerade neben dem Junkerdal Nationalpark. Ich hatte eigentlich den Saltfjell Nationalpark auf meiner Liste, aber das Touristenb&#252;ro hatte nicht so viele Informationen &#252;ber dortige Wanderwege. Ich las dann einen sehr interessanten Beschrieb &#252;ber einen Wanderweg, der gerade beim Tourist Office startete. 6-8h Wanderzeit, 1500 H&#246;henmeter, aber ab einer bestimmten H&#246;he nicht mehr markiert. Da neben diesem Beschrieb auch ein Bild mit dem Verlauf des Wanderweges abgebildet war, dachte ich, dass ich den unmarkierten Weg mit Hilfe dieser \u201eKarte\u201c finden werde. Ich fuhr dann noch schnell 30km weiter s&#252;dlich zum Polarkreiscenter. Dort traf ich auf zwei St. Galler, die auf dem Nachhauseweg waren. Wir unterhielten uns eine Weile, und gingen dann getrennte Wege. Ich habe ein nettes Pl&#228;tzchen zum &#220;bernachten gefunden, und packte bereits meinen Rucksack f&#252;r die kommende Wanderung. Bevor ich die Wanderung startete, ging ich noch ins Nationalparkcenter (das war gestern Abend schon geschlossen, als ich ankam). Ich fragte, ob auf der Wanderroute noch Schnee liegen w&#252;rde. Sie sagte Nein. Als sie erfuhr, dass ich alleine wandern werde, sagte sie mir, ich solle ihr meine Handynummer geben. Es sei gef&#228;hrlich alleine zu wandern. Im Gegenzug gab sie mir auch die Telefonnummer des Nationalparkcenters. Ich solle einfach anrufen, wenn ich Hilfe brauche. Ich versprach ihr nach der Tour vorbeizukommen. Ich f&#252;hlte mich wirklich etwas sicherer mit dieser Telefonnummer in der Tasche. So konnte ich wirklich um Hilfe bitten, falls ich irgendwie in Not geraten sollte. Ich wanderte zuerst einem Fluss entlang, &#252;berquerte diesen mittels einer Br&#252;cke und verschwand im Wald. Es ging steil hinauf. Oberhalb der Baumgrenze hatte ich bereits eine herrliche Aussicht auf umliegende Berge und Seen. Ich kam zu dem Punkt, wo die Markierungen stoppten. Es hiess jedoch, ich solle dem Schafpfad bis zu einem kleinen See folgen. Das klappte problemlos. Ab dann konnte ich nur noch anhand des Bildes erahnen, wo ich hochgehen sollte. Das war am Anfang noch keine grosse Schwierigkeit. Aber dann wurde ich unsicher, und wusste nicht so recht, ob das wirklich der Weg ist. Leider war ich bis dahin mutterseelenallein unterwegs. Pl&#246;tzlich sah ich eine einzelne Person weiter unten auftauchen. Ein Mann mit nacktem Oberk&#246;rper, sein T-shirt in der Hand haltend und mit gezielten Schritten heraufkommend. Uuuh, ich dachte schon, dass ist sicher ein sexy Schafhirt, der nach seinen Schafen sieht. Der kann mir sicher sagen, wo der Weg weiter geht. Ich machte also eine Pause, ass etwas, und wartete bis dieser Mann n&#228;her kam. Leider stellte sich schon bald heraus, dass es sich um keinen sexy Schafhirten handelte :(. W&#228;re ja zu sch&#246;n gewesen. Es war ein Mittf&#252;nfziger, der ebenfalls auf dem Weg zum Gipfel war. (In der Zwischenzeit hatte er &#252;brigens sein T-shirt wieder angezogen). Wir sprachen kurz miteinander und gingen dann hintereinander den Berg hoch. Ich war heilfroh, dass er aufgetaucht war. Alleine w&#228;re ich n&#228;mlich nie, wirklich niemals, diesen Weg hochgegangen. Wenn ich diesem Mann nicht h&#228;tte folgen k&#246;nnen, h&#228;tte ich nicht geglaubt, dass das wirklich der Weg war. Halb kletternd ging es hoch. Ich musste mich konzentrieren, denn der Untergrund war steinig und an gewissen Stellen auch rutschig. Man musste jeden Schritt bewusst machen. Der Mann machte eine Pause, erkl&#228;rte mir kurz wie ich weitergehen soll, und so setzte ich meinen Weg fort. Der Mann folgte etwas sp&#228;ter. Ich habe immer wieder &#252;ber die Schulter zur&#252;ck geschaut, um sicher zu gehen, dass er auch diesen Weg geht. Zuoberst angekommen war es einfach nur fantastisch. Ich wurde mit einem wundersch&#246;nen Panorama belohnt. Ich genoss einige Zeit auf dem Gipfel, bevor es wieder runter ging. Der Mann und ich gingen wieder zusammen runter. Ich war froh, als ich den steinigen Teil hinter mir hatte. Im unteren Drittel des Berges gab es eine Abzweigung, die auf einem anderen Weg zur&#252;ck zum Tal f&#252;hrte. So entschied ich mich, den anderen Weg zur&#252;ck zu nehmen. Fehler! Der Weg war zwar markiert, aber in miserablem Zustand. Manchmal sah ich vor lauter Geb&#252;schen und Gr&#228;ser den Weg nicht mehr. Ich musste zwei br&#252;ckenlose B&#228;che &#252;berqueren, und bekam nasse F&#252;sse. Ich war dann erleichtert, als ich wieder unten beim Fluss ankam. Jetzt war es nur noch ein Spaziergang zur&#252;ck zum Nationalparkcenter. Ich meldete mich bei der Frau, und sie war froh, dass nichts passiert ist. Ich erz&#228;hlte ihr von diesem in schlechtem Zustand befindenden Wanderweg. Sie sagte dann, dass dieser eigentlich geschlossen ist, da er zu gef&#228;hrlich sei. Aha, gut zu wissen! Und warum ist dann nirgends geschrieben, dass dieser Weg gesperrt ist?! Sie wusste es nicht. Sie sagte mir auch, dass auf diesem Berg, wo ich gerade war, B&#228;ren lebten. Ich machte grosse Augen.<\/p>\n<p>Zur&#252;ck beim Bus wechselte ich die nassen Socken und Schuhe. Ich fuhr n&#228;mlich noch am gleichen Abend weiter nach Fauske auf einen Campingplatz. Ich ben&#246;tigte eine Dusche und wieder einmal etwas Strom. Ich war hundem&#252;de nach dieser Wanderung, und ging schon bald zu Bett.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich fuhr also querfeldein nach Norwegen. Es war eine fantastische, aber auch lange Fahrt \u2013 7h. Storjord ist gerade neben dem Junkerdal Nationalpark. Ich hatte eigentlich den Saltfjell Nationalpark auf meiner Liste, aber das Touristenb&#252;ro hatte nicht so viele Informationen &#252;ber dortige Wanderwege. 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