{"id":283,"date":"2012-08-29T20:26:33","date_gmt":"2012-08-29T19:26:33","guid":{"rendered":"http:\/\/mkontour.rtwblog.de\/?p=283"},"modified":"2012-08-29T20:26:33","modified_gmt":"2012-08-29T19:26:33","slug":"von-danzig-nach-warschau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mkontour.rtwblog.de\/?p=283","title":{"rendered":"von Danzig nach Warschau"},"content":{"rendered":"<p>Ich bin schliesslich am fr&#252;hen Nachmittag in Danzig (Gdansk auf Polnisch) angekommen. Ich fuhr direkt in die Stadt, und fand sogleich einen Parkplatz. Da Samstag war, musste ich keine Parkgeb&#252;hren zahlen :). Ein alter Bettler sprach mich in gutem Englisch an, als ich aus dem Auto stieg. Er sagte, er sei der Parkplatzw&#228;chter. Ich m&#252;sse ihn bezahlen, denn er bewache meinen Bus. So k&#246;nne ich sicher sein, dass dem Bus nichts passieren werde. Mir war nat&#252;rlich sofort klar, dass das nicht stimmte, und er sehr wahrscheinlich das Geld f&#252;r Alkohol ausgeben w&#252;rde. Ich redete mich dann heraus, indem ich sagte, dass ich jetzt zuerst einmal ins Touristoffice gehen werde, um mir einen Stadtplan zu holen (das Touristoffice war nur 60m entfernt), und dann werden wir sehen, was er f&#252;r seinen \u201eDienst\u201c bekommen wird. Im Touristoffice erz&#228;hlte ich der Frau von diesem Vorfall. Ich sagte ihr auch, dass ich jetzt bef&#252;rchte, er werde meinen Bus besch&#228;digen, wenn ich ihm nichts zahle. Die Frau sagte, ich soll ihm auf keinen Fall Geld geben, und sie glaube nicht, dass er dem Bus etwas antun werde. Die Polizei sei ganz in der N&#228;he, und es seien zu viele Leute herum, dass er etwas unbemerkt machen k&#246;nnte. Ich solle mir da keine Sorgen machen. Ok. Ich bin dann mit der Stadtkarte in der Hand losmarschiert. Ich habe den alten Mann nat&#252;rlich gemieden. Nicht, dass er mich nochmal wegen dem Geld h&#228;tte anquatschen k&#246;nnen. Der erste Eindruck von Danzig: Wooow, war f&#252;r eine sch&#246;ne Altstadt! In dieser tausendj&#228;hrigen Stadt an der Ostsee wurde europ&#228;ische Geschichte geschrieben: Mit den Sch&#252;ssen auf die Westerplatte begann hier der Zweite Weltkrieg. Die wieder aufgebaute und restaurierte Altstadt empf&#228;ngt j&#228;hrlich fast drei Millionen Besucher aus aller Welt \u2013 das verwundert mich gar nicht. Danzig ist wirklich wundersch&#246;n, und hat einiges zu bieten: Die Marienkirche, an der 150 Jahre lang gebaut wurde, ist die gr&#246;sste Backsteinkirche in Europa. Der Lange Markt, angeblich einer der sch&#246;nsten Marktpl&#228;tze Europas. Die Frauengasse, eine stille romantische Gasse, wo unz&#228;hlige Juweliere und Galerien mit sch&#246;nem Bernsteinschmuck ihren Sitz haben. (Danzig ist &#252;brigens immer noch die Welthauptstadt des Bernsteins.) Hier noch etwas dazwischen geschoben: Seit ich im Baltikum angekommen bin, s&#228;umen Bernsteinmarktst&#228;nde, oder \u2013l&#228;den die Gassen. Das hat seinen guten Grund: Das Baltikum gilt als Wiege des Bernsteins. Das \u201ebaltische Gold\u201c, wie es auch genannt wird, wird zwischen November und M&#228;rz von den Strandanrainer im eiskalten Wasser der Ostsee \u201eherausgefischt\u201c. Nun zur&#252;ck zu Danzig. Ich bin durch die Gassen spaziert, habe mir Dieses und Jenes angeschaut, und habe mich &#252;ber das Menschentreiben am&#252;siert. Der Charme der Stadt hat mich sofort gepackt. Gegen Abend fuhr ich in den ca. 8km entfernten Campingplatz, der fast direkt am Meer lag. Nach wenigen Gehminuten stand man im weichen Sand. So genoss ich noch eine sch&#246;ne Abendstimmung am Strand. Am n&#228;chsten Morgen, 26.8., machte ich mich auf den Weg nach Torun. Dieses kleine St&#228;dtchen wurde mir empfohlen, und da es auf dem Weg nach Warschau liegt, habe ich dort einen Halt gemacht. Es hat sich gelohnt. Eigentlich sollte Torun nur ein Zwischenhalt sein, da ich die Nacht bereits in Warschau verbringen wollte. Aber die Zeit verging sehr schnell, und da es ja mittlerweile auch wieder dunkel wird (voll schade!!! Helle N&#228;chte sind viel, viel besser\u2026), wollte ich nicht im Dunkeln in Warschau den Campingplatz suchen. So verbrachte ich die Nacht in Torun, und fuhr dann fr&#252;h am n&#228;chsten Morgen weiter nach Warschau. Es war n&#228;mlich immer noch eine ca. 3.5h Fahrt bis zur Hauptstadt Polens. Ich brauchte dann etwas l&#228;nger. Erstens, weil ich vor der Stadt in stockenden Verkehr geriet, und Zweites \u2013 wie k&#246;nnte es auch anders sein \u2013 habe ich den Campingplatz nicht auf Anhieb gefunden. Das hat viel Zeit gekostet. Ich bin immer wieder in stockenden Verkehr geraten, und war mehr am Warten, als am Fahren. So verplemperte ich eine Stunde!! Schlussendlich habe ich den Campingplatz ohne fremde Hilfe gefunden *stolz* :). Zum Gl&#252;ck hatte ich die Karte, der Wegbeschreibung von Google Maps am Vortag mit meinem Handy fotografiert. So fand ich wenigstens nach einer Weile heraus, wo ich war, und wo ich hin musste. Ohne dieses Foto h&#228;tte ich keine Chance gehabt den Campingplatz selber zu finden. Aber ich habe mittlerweile meine Tricks entwickelt ;).<\/p>\n<p>Im ersten Moment war ich von Warschau v&#246;llig entt&#228;uscht. Ich hatte ja schon keinen guten Start mit der Stadt (Suchaktion Camping). Dann war die Dame an der Rezeption nicht sehr freundlich, und der Campingplatz war v&#246;llig &#252;berteuert. Als ich dann in die Stadt ging, fand ich sie einfach nur scheusslich. Ich hoffte, dass wenigstens die Altstadt Warschau in ein gutes Licht r&#252;cken w&#252;rde. So war es dann auch. Die Altstadt war sch&#246;n &#8211; nicht extrem sch&#246;n. Sie hat sch&#246;ne Geb&#228;ude und Pl&#228;tze und einen gewissen Charme. Als es schon fast eindunkelte, machte ich mich auf den Weg zur&#252;ck zum Campingplatz. Dort bereitete ich mich f&#252;r meine n&#228;chsten Tage vor. Etwas Planung muss nat&#252;rlich schon immer sein, sonst verpl&#228;mpert man ja den ganzen Tag. Ich hatte eine lange Strecke vor mir: Warschau &#8211; Auschwitz &#8211; Krakow (ca. 6h). In Auschwitz war nur ein Zwischenstopp geplant, um das Konzentrationslager zu besichtigen. Da Krakow nur ca. 1.5h von Auschwitz entfernt ist, entschied ich mich, nach der Besichtigung\u00a0 nach Krakow weiterzufahren, um dort die Nacht zu verbringen. Ich ging also bei Zeiten ins Bett.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin schliesslich am fr&#252;hen Nachmittag in Danzig (Gdansk auf Polnisch) angekommen. Ich fuhr direkt in die Stadt, und fand sogleich einen Parkplatz. Da Samstag war, musste ich keine Parkgeb&#252;hren zahlen :). Ein alter Bettler sprach mich in gutem Englisch an, als ich aus dem Auto stieg. Er sagte, er sei der Parkplatzw&#228;chter. 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