Oranje!

1 06 2012

Nun ging es also weiter nach Holland. Um wieder einmal eine Datumangabe zu machen: Es war Sonntag, der 6. Mai. Da wir beide bereits in Amsterdam waren, entschieden wir uns nach Rotterdam zu gehen. Am Campingplatz angekommen, fragten wir an der Rezeption, wie lange man brauche, um ins Stadtzentrum zu kommen. Mit dem Bus sei man in 10 Minuten dort, sagte sie uns. Und zu Fuss? Da schaute sie uns mit grossen Augen an. Sicher 40 Minuten, aber wir sollen doch den Bus nehmen. Nein, nein. Wir doch nicht. Wir spazieren lieber gemütlich in die Stadt. So machten wir uns schon bald auf den Weg. Nach vielen rustikalen, alten und steinernen Städten, war Rotterdam ein völlig anderes Stadtbild – modern und abstrakt. Wir flanierten durch die Einkaufsstrassen, gingen zum Hafen und gönnten uns ein Kaffee mit Dessert :). In allen Läden konnte man jegliche Fussball-Fanartikel kaufen. Oranje, Oranje! Ein neues Land bedeutet ja einen neuen Autoaufkleber. Nie hätte ich gedacht, dass es gerade in Holland so schwierig sein wird, einen Aufkleber zu finden. Ich meine die Fanartikel beinhalteten alles – Autoseitenspiegelhüllen, Fahnen, Geschirr, Becher, Servietten, Hüte, usw. Schlussendlich fand ich in einem kleinen Laden einen Aufkleber. Die Klebersammlung konnte also um ein 6. Land erweitert werden. Uns beiden hat jetzt Amsterdam definitiv besser gefallen.

Am Sonntag fuhren wir weiter nach Groningen. Die Fahrt dorthin war wunderschön. Wir überquerten das Meer auf einer laaaangen Brücke. Herrlich! Unser Campinglatz war wunderschön in Mitten eines Parks gelegen. Wieder machten wir uns zu Fuss auf den Weg. Wiederum in 40 Minuten kamen wir im Stadtzentrum an. Groningen war hat uns gut gefallen. Wir erklommen einen Turm, und hatten eine wunderbare Aussicht auf die Stadt. Bevor wir uns wieder auf den Weg zurück zum Camping machten, genehmigten wir uns noch ein Apéro – Nachos mit Bier. Zum Abendessen gab es dann leckeres Raclette mit Poulet :). Unser Hollandaufenthalt musste jetzt halt etwas unter unserem verlängerten Belgienaufenthalt leiden. So verbrachten wir nur 2 Tage in Holland. Unser Zeitplan war leider etwas gedrängt.

 

8. Mai, nächster Halt: Cuxhaven, Deutschland. Das ist ein süsses Städtchen an der Nordsee. Leider war das Wetter nicht so berauschend. Die Strandkörbe waren natürlich (noch) leer, und es war gerade Ebbe = keine schönen Strandfotos. Uns bereitete aber etwas anderes mehr Sorgen: Es schien, als ob meine 2. Batterie kaputt sei. Ich meinte sie einmal „kochen“ gehört zu haben. Ausserdem war da so ein spezieller Duft im Raum, und der Kühlschrank funktionierte nicht mehr. Da ich eh mit meiner Familie skypen wollte, fragte ich sogleich meinen Bruder nach Rat. Regula und ich gingen am nächsten Morgen zur nächsten Garage, und erklärten unser Problem. Wir wurden dann gebeten Platz zu nehmen, weil sich das der Meister ansehen müsse. Nach ca. 20 Minuten (oder noch länger) und einem Kaffee, wurde uns gesagt, dass sie uns nicht helfen können. Hallo? Ihr könnt doch eine Autobatterie auswechseln, oder kurz kontrollieren, ob die Batterie wenigstens noch funktioniert? Nein, das sei ihnen zu heikel bei Batterien für Wohnmobile. Pffff! Wenigstens empfahlen sie uns eine andere Garage. Erst nach dem 3. Anlauf wurde uns dann geholfen. Ein sympathischer Typ nahm sich unserem Problem an. Er nahm Messungen vor, und sagte, dass er nicht genau sagen könne, ob die Batterie wirklich kaputt sei. Für eine genaue Diagnose müsste er die Batterie 24 Std. aufladen können. So viel Zeit hatten wir nicht. Er sagte auch, dass er uns jetzt einfach eine neue Batterie verkaufen könnte, obwohl ja die alte Batterie evtl. noch funktionieren würde. Das sei aber nicht der Sinn der Sache. Also holte er eine gebrauchte Batterie, und tauschte diese gegen meine „kaputte“ Batterie aus. GRATIS! So kam ich also gratis zu einer neuen Batterie. Da er wirklich kein Geld wollte, habe ich ihm als Dank eine Tafel Schokolade gegeben. Er freute sich darüber :).

Problem gelöst? Nicht ganz. Der Kühlschrank funktionierte immer noch nicht. Jetzt wusste ich wenigstens, dass es nicht an der Batterie lag. Wir fuhren dennoch weiter nach Hamburg. Regula’s letzter Halt auf unserer 3-wöchgien Reise. Und dort erlebten wir eine „böse“ Überraschung…

Fortsetzung folgt 🙂



Belgien hat es in sich…

29 05 2012

Freitag. Der Tagesausflug nach Brugge stand auf dem Programm. Es war auch wieder ein Tag, wo Regula und ich etwas aufgeregt waren. Zum dritten Mal wussten wir nicht genau, was uns erwarten wird. Wie wird die Begegnung mit Elke und Matti sein? 9-10 Personen? Was werden das für Leute sein? Ein israelisches Abendessen? Wie das wohl sein wird? Fragen, über Fragen, die wir uns im Verlaufe des Tages immer wieder lachend stellten. Wir sind da einfach bei Leuten eingeladen, die wir noch nie gesehen haben. Das ist doch so richtig aufregend! Zurück zu Brugge. Neben der Altstadt, besuchten wir dort das Schokoladenmuseum. Belgien hat ja nach der Schweiz die zweitbeste Schokolade der Welt. Und das stimmt :). Dieses Städtchen hat uns ebenfalls gut gefallen. Ziemlich ähnlich wie Antwerpen, nur kleiner. Als wir uns auf den Weg nach Gent machten, kauften wir unterwegs noch zwei Flaschen Rotwein, dass wir nicht mit leeren Händen vor der Tür stehen werden. Wir waren die ersten Gäste. So lernten wir Elke, Willem (ihr Freund) und Zud (der Israeli) kennen. Zud war ein „Couchsurfer“. Schon bei Lut erfuhren wir, dass „couch-surfing“ in Belgien sehr populär ist. Beim „Couchsurfen“ übernachtet man bei Privatpersonen auf der ganzen Welt gratis. Man muss jedoch registriert sein, um das machen zu können, und als Gegenleistung ebenfalls ein Bett/eine Couch anbieten. Man muss weder Essen, oder sonst etwas zur Verfügung stellen. Es verpflichtet einen wirklich nur zu einem Schlafplatz. Lut und Willy haben das schon einmal ausprobiert. Sie übernachteten einige Tage in New York und Kanada auf diese Weise. Auch hatten sie schon Besucher aus der Türkei und aus Frankreich bei sich. Interesting!

Wie schon gesagt, ist Zud ein „Couchsurfer“. Er hatte die 4-jährige militärische Ausbildung in Israel abgeschlossen, reist jetzt seit einem Jahr durch die Welt (nicht nur couchsurfing), und fängt dann irgendwann sein Studium an. (Ingenieur, oder so). Wusstet ihr, dass in Israel die 4-jährige Militärausbildung auch für Frauen obligatorisch ist? Scheenä gsi, krassi Sach!

Etwas später stiess dann Norra dazu. Sie ist eine Reisebekannschaft von Elke, die per Zufall auch in Gent lebt. Als nächste kam Anne (? Bin mir nicht sicher ob das wirklich ihr Name war, aber jetzt heisst sie halt so) herein. Eine alte Schulfreundin von Elke. Und eine ganze Weile später trafen Matti und sein Kumpel Steven ein. Regula und ich hatten schon richtig Hunger! Wie konnten wir ahnen, dass wir erst gegen 22.00h essen, obwohl uns gesagt wurde, wir sollten um 19.00h kommen?! Zum Glück hatte es Chips :). Das Israeli-Essen mundete. Das eine oder andere war zwar etwas speziell im Geschmack, aber das war ja nicht anders zu erwarten. Zum Essen tranken wir Wein – viel Wein. Später gab es dann noch Bier, und wir holten den Schnaps (Zwätschgä) im Bus. 7 von 9 Personen wollten äs Zwätschgä. Aber es schmeckte schlussendlich nur 4 Personen. Jänu. Inzwischen war die Zeit recht vorangeschritten. Und als wir uns dann entschieden, noch in den Ausgang zu gehen, war es bereits 3.00h. Norra, Steven, Matti, Regula und ich gingen zusammen in einen barähnlichen Club. Wir amüsierten uns bestens. Kein Wunder war es schon hell, als wir aus der Bar kamen. Die Uhr zeigte 7.30h – Zeit, fürs Bett. Vor allem für mich. Gäll, Regula :)! Ich sag nur eines: Das belgische Bier hat es in sich! Wie schon gesagt: 7% Vol. aufwärts! Und wenn dann noch so eine Kollegin auf die Idee kommt, um 7.00h eine Tequillarunde zu offerieren, und Matti gleich noch eine Runde drauflegt…Einige litten am Samstag mehr, einige weniger. So war es dann halt ein verschlafener Samstag. Am frühen Abend war Matti noch unser Personal Tourguide durch Gent. Auch eine Stadt, die Regula und ich wieder besuchen würden. Matti war am Abend bei Freunden zum Essen eingeladen. Kurzerhand hat er seinen Freund angerufen, und gefragt, ob noch zwei Personen mehr kommen könnten. Und weil die Belgier so offen sind, war das natürlich kein Problem. Uns erwartete also wieder ein Abendessen mit 5 fremden Leuten. Exciting! Da wir (Regula und ich) uns schon etwas komisch fühlten, einfach so zu einem Abendessen unter Freunden zu gehen, wollten wir dem Gastgeber etwas mitbringen. Da es zu spät war, um etwas zu kaufen, brachten wir halt einfach Schweizer Schokolade. Das schien zu gefallen. Wir lernten also Sam, Tim und 3 Frauen kennen. Komisch, dass ich mich nur an die männlichen Namen erinnern kann ;). Alle waren total nett, und bemühten sich auch untereinander in Englisch zu unterhalten. Flämisch ist zwar gar nicht so schwierig zu verstehen. Wenn man gut hinhörte, verstand man mindestens um was das Gespräch gerade ging. Später gingen wir alle zusammen in den Ausgang. Da Regula und ich sehr wahrscheinlich früher nach Hause gehen würden, als Matti, fuhr ich. Wir luden Matti’s Bike in meinen Bus. Später kam dann auch noch Tim’s Bike dazu. So fuhren wir (Regula, Matti und ich) zum Club, und trafen die anderen dort. Es war ein anderer Club als am Vorabend, und bei weitem nicht so gut. Um ca. 3.30h verliessen Regula und ich den Club, und Matti holte sein und Tim’s Bike aus dem Bus. Da wir überhaupt keinen blassen Schimmer hatten, wie wir in dieser Dunkelheit, und in dieser fremden Stadt zu Matti’s Wohnung finden sollten, kriegten wir Matti’s GPS. Jaaa, ich brauchte ein GPS. Aber ohne das wäre es extrem mühsam gewesen, die Wohnung zu finden. Ich hatte keine Lust, um 3.30h noch lange nach dem Weg zu suchen. So kamen wir schon bald bei seiner Wohnung an, und gingen schlafen. Wir wollten nämlich bereits wieder zwischen 9.30-10.00h Richtung Rotterdam aufbrechen. Um 7.30h hörten wir Matti heimkommen, haha. Kurze Zeit später standen wir auf, duschten, assen unser Frühstück, schrieben einen Dankeszettel, legten eine Packung „Ovochräpfli“ auf den Tisch, und verschwanden. Wir hatten eine suuuuper Zeit in Belgien. Dieser Aufenthalt wird stets in guter Erinnerung bleiben :)!!!



Belgien – extreme Gastfreundschaft

26 05 2012

Belgien – ebenfalls ein Land, von dem wir kein grosses Wissen hatten. Aber dieses Land sollte uns in seeeehr guter Erinnerung bleiben :). Wir fuhren nach Geraardsbergen, wo wir eine alte Kollegin, Lut, von meinem Mami besuchten. Ich kannte Lut und ihr Mann Willy nur von Briefen, Fotos und dem Weihnachtspaket, das wir jedes Jahr erhielten (oder immer noch erhalten). Regula und ich waren wieder etwas aufgeregt, und hofften, dass wir keine grosse Schwierigkeiten haben werden, das Haus zu finden. Aber wir waren ein super Team. Es gab nichts, was wir nicht finden konnten :). Als wir in die Einfahrt einfuhren, kam uns bereits Lut mit offenen Armen entgegen. Sie erfreute sich sichtlich an unserem Besuch. Nach einer herzlichen Begrüssung, erfuhren wir, dass Willy ab heute pensioniert ist. Ausserdem sagte mir mein Mami noch per Mail, dass Lut am folgenden Tag ihren Geburtstag feiern wird. Das war uns doch nirgends recht, dass wir an diesen speziellen Tagen einfach so hereinplatzten. Aber Lut und Willy freuten sich, diese Tage mit uns zu verbringen.  Wir plauderten über Dieses und Jenes und sahen uns alte Fotos an. Ich musste schon schmunzeln, als ich mein Mami und mein Gotti in jungen Jahren sah. Lut erzählte mir mit strahlenden Augen von dieser Zeit…Später wurden wir zu Tisch gebeten, und es wurde uns eine belgische Spezialität aufgetischt. Mhmmmm! Gegen Mitternacht gingen wir dann langsam zu Bett. Das erste Mal, dass Regula und ich nicht im gleichen Raum schliefen. Am nächsten Morgen (Lut’s Geburtstag) besuchten wir mit ihnen eine Mozartmesse. Das war ein Gottesdienst mit musikalischer Begleitung. Anstatt den normalen Gebetsliedern, umrahmte ein Orchester mit einem Chor zusammen die Messe mit Mozartliedern. Eine Freundin von Lut sang im Chor mit, und deshalb gingen wir in diese Mozartmesse. Anschliessend lud uns diese Freundin, Lydia, auch gleich zum Apéro ein. Danach gings zurück zum Haus, wo es Lunch gab. Am Nachmittag besuchten wir einige schöne Plätze in Geraardsbergen. Die Sonne scheinte, und wir genossen den wunderschönen Nachmittag. Auf dem Nachhausweg machten wir noch einen Stopp bei Lut’s Mutter. Sie ist 94 Jahre alt, und lebt noch immer alleine in ihrer Wohnung. Lut und ihre Schwester erledigen die Einkäufe, kochen und helfen beim Putzen. Die Oma hatte Freude, Besuch aus der Schweiz zu haben. Sie ist noch „rüstig“, und machte einen fitten Eindruck. Als wir dann ein Foto machen wollten, sagte sie ganz verlegen, dass wir keine Fotos machen sollen, sie hätte noch keine Zeit gehabt zum Frisör zu gehen, und warf die Hände vor das Gesicht :). Auch im Alter hat man eine gewisse Eitelkeit, hehe.

Am Vorabend haben wir Lut gesagt, dass wir sie an ihrem Geburtstag gerne bekochen würden, wenn sie nicht schon andere Pläne für den Abend haben würde. Gerne nahm sie unser Angebot an. Ihr könnt euch ja schon vorstellen, was wir Lut und Willy auftischten. Ja, genau: Älplermagronä mit Apfelmus. Ihnen schmeckte es so gut, dass ich Lut das Rezept aufschreiben musste/durfte. Schon wieder war ein Tag vergangen, und wir krochen zufrieden unter die Bettdecke. Brüssel stand auf dem nächsten Tagesprogramm. Lut fuhr uns freundlicherweise zum Bahnhof in Geraardsbergen, wo wir den Zug Richtung Brüssel bestiegen. Die Fahrt dauerte eine Stunde, glaube ich. Bin mir jetzt nicht mehr ganz sicher… Leider hatten wir dieses Mal kein Wetterglück. Es war bis ca. um 14.00 Uhr trocken, aber dann regnete es pausenlos. Doch der Regen trübte die Schönheit der Stadt nicht. Da Brüssel sehr weitläufig ist, haben wir uns entschieden, ein Tagesticket für einen dieser Touristenbussen zu lösen. Das erste Mal, dass wir eine Stadt nicht nur zu Fuss erkunden. Die Stimme im Ohr beschrieb uns dann die verschiedenen Gebäude und Skulpturen beim Vorbeifahren. Wir stiegen aus, erkundeten etwas die Umgebung, und stiegen beim nächsten Bus wieder ein. So verbrachten wir einen schönen Tag in Brüssel. Obwohl mir Brüssel gefallen hat, hat sie es nicht in die Top 3 meiner „favorite cities“ geschafft. Das sind immer noch: Barcelona, Lissabon und San Sebastian. Willy holte uns am Abend am Bahnhof in Geraardsbergen ab. Bald darauf gab es das Abendessen. Wieder eine Landesspezialität – belgische Fritten. Weder Regula, noch ich haben je etwas von diesen Pommes-Frites gehört. Es sind selbst gemachte, seeeehr leckere Pommes. Regula konnte fast nicht genug davon kriegen ;). Dazu gab es einen schmackhaften Fisch mit Gemüse. Wir liessen den letzten Abend bei den überaus gastfreundlichen und sympathischen „Gasteltern“, Lut und Willy, mit einem „Zwätschgä“ ausklingen. Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, räumten wir unser Hab und Gut wieder in den Bus ein. Beim Abschied erwartete uns noch eine Überraschung. Lut überreichte uns ein schweres Paket. Ein Überlebungspaket, wie sie es nannte :). Dazu gab es noch Milch, Zutaten für den Lunch und 4 oder 5 Gläser selbst gemachte Konfitüre. Mir fehlten die Worte. Mir war das schon fast etwas unangenehm, so beschenkt zu werden. Aber ich nahm diese Geschenke natürlich tausendmal dankend an.

Unser Plan der Weiterfahrt hatte sich in der Zwischenzeit etwas geändert. Lut hatte eines Abends mit ihrer Tochter, Elke, telefoniert. Elke sagte Lut, dass Regula und ich doch noch nach Gent kommen sollen. Sie hätten gerade Besuch aus Israel, und der Israeli koche am Freitagabend ein israelisches Abendessen, zu dem wir auch kommen können. Es werden ungefähr 9-10 Leute kommen. Unter anderem auch Matti (der Sohn von Lut u. Willy), der auch in Gent wohnt. Hmmm, das konnten wir uns doch nicht entgehen lassen. Da Gent eigentlich nicht auf unserem Routenplan stand, mussten wir unsere Weiterfahrt etwas abändern. Darunter musste nun halt Holland leiden, da wir jetzt mehr Zeit in Belgien verbringen werden, als ursprünglich geplant war. Unser neuer Streckenplan sah dann so aus: Donnerstag Antwerpen, Freitag Tagesausflug nach Brugge, und am Abend nach Gent zum Abendessen. Samstag Besichtigung von Gent. Samstagabend, oder Sonntagmorgen Weiterfahrt nach Rotterdam (Holland). So verliessen wir also das gemütliche Heim von Lut und Willy, und fuhren nach Antwerpen. Ein wunderschönes Städtchen, sag ich euch. Innert 40 Minuten war man vom Campingplatz im Stadtzentrum. Wir flanierten dann von Gasse zu Gasse, und machten im einen oder anderen Laden Halt. Im North Face Shop ergatterte ich dann ein Schnäppchen. Mit Regula hatte ich natürlich eine Fachperson bei mir, die mir fachliche Auskunft über diese Jacke geben konnte. Natürlich war da auch noch Verkaufspersonal, aber Regula genügte mir :). Da ich eh eine neue Jacke brauchte, ich habe bewusst eine Ältere mitgenommen, kaufte ich diese zum halben Preis. Statt 300 Euro, nur noch 150 Euro. Nur knapp 190 CHF für eine funktionelle NorthFace-Jacke – das ist doch ein super Schnäppchen. Bevor es zurück zum Camping ging, gönnten wir uns noch einen Aperitif. Nachos mit Bier :). Hier lernten wir zum ersten Mal das „Bierland“ Belgien kennen. Wir wussten nämlich nicht, dass Belgien über 100 verschiedene Biere produziert. So ging die Qual der Wahl los. Wir fragten  dann die Servierdüse um Rat. Schlussendlich entschied ich mich für ein „Duvel“ und Regula für ein „La Chouffe“. Die Servierdüse erklärte uns dann noch, dass das nicht normale Biere seien, sondern über 7% Vol. haben. Wir sollten also langsam trinken… Man spürte den Alkohol natürlich schon mehr, als bei einem normalen Bier. Aber wegen einem Bier fallen wir ja nicht gerade vom Hocker.

Als wir zurück in unser Wohnzimmer stiegen, fiel mir das Überlebungspaket von Lut ins Auge. Auspackeeeeeeen! Das was wie Weihnachten. Wir konnten unseren Augen kaum trauen, als wir das Paket geöffnet hatten. Da war jetzt wirklich alles drin, und soooo viel! Sekt, Weisswein, Rotwein, versch. Pasta, getrocknete Tomaten, Risotto, Suppe, Sardinen u. Thunfisch in Dosen, Gewürze, Schokolade, Kekse,… kein Wunder war das Paket so schwer! Wir starrten die Lebensmittel nur so an, und strahlen über das ganze Gesicht. Wow, mit so etwas hatten wir überhaupt nicht gerechnet! Wie lieb ist denn das?! Wir bedankten uns später noch mal herzlich mit einer Postkarte bei Lut und Willy. Welch grosszügige Menschen das sind!