Warschau-Auschwitz-Krakow -> Tschüss Polen

29 08 2012

Die Fahrt von Warschau nach Auschwitz verging eigentlich noch schnell. Es hatte in der Umgebung von Warschau extrem viele Baustellen und immer wieder stockenden Verkehr. Man merkt, dass sie ihre Strassennetze verbessern. Das ist auch dringend nötig! Die Strassen sind zwar doch noch nicht so schlimm, wie ich sie in Lettland und Litauen angetroffen habe… Ich kann den gröbsten Schlaglöcher relativ gut ausweichen, aber es rumpelt und schüttelt halt dennoch. Ich bange jedes Mal um meine Reifen. Aber bis jetzt bin ich ohne Platten durchgekommen (Holz alängä!).

Ich bin dann so gegen 14.00h in Auschwitz angekommen. Ich hatte schon etwas gemischte Gefühle. Einerseits ist es sicher sehr interessant, aber da ja alles echt und wahr ist, auch krass und unfassbar. Da ich die letzte Führung in Deutsch verpasst habe, nahm ich an der englischensprachigen Führung teil. Man hätte den ganzen Ort natürlich auch ohne Guide besuchen können, aber das kam für mich nicht in Frage. Es ist doch viel interessanter, wenn jemand über diese Orte, und die Geschehnisse berichtet. Die Tour dauerte 3 Stunden. Wir verbrachten 2h im Konzentrationslager Auschwitz I, und eine Stunde im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Was kann ich dazu sagen? Es war unglaublich eindrücklich, interessant, und unfassbar. Ich war in den Gebäuden, wo vor knapp 70 Jahren, Menschen schlimmer als Tiere gehalten worden sind. Bilder und persönliche Gegenstände der Insassen wurden eindrücklich gezeigt. Die Gaskammern sind nur noch Ruinen, da man sie dazumal im Jahre 1945 gesprengt hatte, um Beweise für ihre Existenz zu vernichten. Ein Krematoriumsgebäude ist aber noch ganz. Es war schon noch eindrücklich, diese Ofen zu sehen. Es waren 5 Ofen, und pro Ofen hatten 9 Menschen Platz. So konnte man 45 ermordete Menschen auf einmal kremieren. Die Frau, die unsere Tour führte, erzählte uns viel über die Geschehnisse und die Tagesabläufe der Gefangenen. Die drei Stunden vergingen wie im Flug. Es war wirklich sehr, sehr interessant, und diese Eindrücke werden mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Danach setzte ich mich wieder in mein fahrendes Heim, und nahm die letzten Kilometer nach Krakow unter die Räder. Dort angekommen, telefonierte ich wieder einmal mit meinem Zuhause. Es ist immer wieder schön die Stimmen von der Familie zu hören.

Nach dem Frühstück, machte ich den Bus wieder abfahrbereit. Ich fuhr nämlich mit dem Bus in die Stadt, da ich am späteren Nachmittag direkt weiter in die Slowakei fahren wollte. Aaah, bis ich dann endlich einen Parkplatz gefunden hatte. Wie immer, ging ich auch dieses Mal zuerst in das Touristoffice, um mich mit einer Stadtkarte auszustatten. Ich habe mich noch über ein gutes Restaurant informiert, dass polnische Gerichte serviert. Ich möchte ja das Land auch immer kulinarisch erleben. (Ich habe dann übrigens für das 3 Gänge Menu inkl. Getränk, schlappe CHF 7.50 bezahlt. Und es war gut!) Krakow wurde mir von diversen Leuten als sehr, sehr schön beschrieben. Krakow war auch wirklich schöner als Warschau, aber mir persönlich hat jetzt Danzig eindeutig besser gefallen. Krakow hat ca. 760’000 Einwohner, während etwa 8 Millionen Menschen innerhalb eines Umkreises von 100 km um die Stadt leben (desshalb hatte ich Mühe einen Parkplatz zu finden ;)). Nebst vielen Kirchen und Plätzen, kann man das Königsschloss (Wawel) besichtigen. Oder besser gesagt, hätte man besichtigen können. Ich habe mir das ganze einfach von aussen angesehen. Die Tickets waren doch eher etwas teuer, und ich habe mittlerweile schon viele Burgen und so gesehen. Ausserdem werde ich in der Slowakei wieder eine Burg besichtigen, die mir ein Freund empfohlen hat. Irgendwann hat man dann keine Lust mehr Burgen und Schlösser zu besichtigen. Es sehen ja im Grunde alle etwas ähnlich aus. Das Gleiche gilt auch für die Kirchen. Aber ich lasse es mir natürlich nicht nehmen, sicher einmal pro Land in einer Kirche ein Kerzlein anzuzünden. Der 29. August war nun mein letzter Tag in Polen. Ich bin überrascht, wie schön Polen ist. Ich hatte nie das Gefühl Angst haben zu müssen, noch fühlte ich mich unsicher. Also, vergisst mal all die Vorurteile und Klischees über Polen! Ich fuhr gegen 17.00h weiter in das nächste Land. Nach ca. 2h bin ich in der Slowakei, genauer gesagt in Tatranskà Lomnica, angekommen. Hier hat es ein riesiges Wandergebiet mit wunderschönen und markanten Bergen. Ich hab mich mit einer Wanderkarte ausgestattet (bekam man bei der Rezeption), und werde nun sicher die nächsten zwei Tage in den Bergen verbringen :). Darauf freue ich mich extrem. Seit Nordfinnland, bin ich nämlich nicht mehr wirklich in der Höhe gewesen. Ich bin schon viel gewandert, aber halt einfach nicht mit einer grossen Höhendifferenz (war ja auch gar nicht möglich, da alles flach war) und meistens ohne Aussicht. Das Wetter soll die nächsten Tage auch gut sein. Da steht ja einigen schönen Wandertagen nichts mehr im Weg :). Vielleicht hört ihr mich dann „juizen“, wenn ich auf einem Gipfel angekommen bin ;).

Mechids guäd!

~Madlene



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