Hohe Tatra

1 09 2012

Die zwei Tage in der Hohen Tatra waren einfach hammermässig! Es war richtig schön wieder einmal auf einem Berg zu stehen, und die Aussicht zu geniessen :). Die Umgebung der Hohen Tatra ist einfach traumhaft. Die markanten Berge sind sehr beeindruckend. Der höchste Berg von der Slowakei, „Gerlachovsky stit“ (2‘655 m.ü.M), liegt auch in diesem Gebiet. Diesen kann man jedoch leider nur mit Bergführer besteigen. Wie im vorherigen Bericht erwähnt, habe ich mir eine Wanderkarte vom Gebiet der Hohen Tatra gekauft. Ich studierte am Abend die verschiedenen Wege, und entschied mich schliesslich für folgende Touren:

Tag 1, 30.8.: Eine Rundwanderung zum Lomnicky stit (2‘634 m.ü.M). Immerhin ist die dritthöchste Erhebung in der Hohen Tatra (so glaube ich) zugänglich. Man kann jedoch nicht ganz bis zum Gipfel wandern, sondern nur bis knapp 1‘800 m.ü.M. Das letzte Stück muss mit der Gondelbahn zurückgelegt werden. Total zu wandernde Höhenmeter: ca. 930m

Tag 2, 31.8.: Zum höchsten Berg der Hohen Tatra wandern, der bis zum Gipfel einen Fusspfad hat – Rysy (2‘499 m.ü.M). Leider gibt es dort keine Rundwanderung. Ich muss also den gleichen Weg zurückwandern. Total zu wandernde Höhenmeter: ca. 1‘250m.

Der erste Tag: Ich startete vom Campingplatz aus und wanderte Richtung Startpunkt der Rundwanderung. „Läck, hed das Liit“, dachte ich mir. Im Norden begegnete ich ja oftmals keiner Menschenseele, oder wenn, dann höchstens einer Hand voll Leuten. Hier wimmelte es nur so von Wanderern. Ich begann also meine Tour. Es war eine schöne, mässig anstrengende Route. Schliesslich kam ich dann bei dieser Gondelstation an, die zum Lomnicky stit hochführte. Bei der Ticketkasse war ein Zettel angebracht worden: Today, no tickets left for Lomnicky stit. Sold out. What?!? Ich fragte die Dame an der Kasse, ob es wirklich keine Tickets mehr gäbe. Nein, es gäbe keine mehr, die Tagesanzahl der Tickets sei bereits ausverkauft. Wo gibt’s denn sowas? Pfff! Ich habe mich dann zu einer Alternative entschieden: Neben der Gondelbahn fuhr auch ein Sessellift einen niedereren Gipfel an. Vom Ausstieg des Sesselliftes konnte man dann in ca. 15min. bis zum Gipfel „Velka Lomnicka veza“ (2‘2‘15m.ü.M) wandern. War auch schön. Auf dem Rückweg habe ich sogar noch ein Reh gesehen :). Ich bin am frühen Abend müde beim Campingplatz angekommen. Habe geduscht, etwas gegessen, und dann auf meinem Liegestuhl gechillt und ein Buch gelesen. Während des Tages war es recht warm, aber gegen Abend kühlt es recht schnell ab. Es ist auch bereits um 20.30h stockdunkel :(!

Der zweite Tag: Ich checkte beim Campingplatz aus, und fuhr einige Dörfer weiter, bis ich beim Ausgangspunkt für die heutige Tour ankam. Wieder hatte es viele Leute. Leider sind diese nicht so gesprächig, weil sie kein, oder nur wenig, Englisch sprechen. Es sind hauptsächlich Slowaken, Polen und Tschechen hier. Die Route startete gemächlich. Nach 1.5h wurde es steiler. Der Weg bestand hauptsächlich aus Steinpfaden und Steintritten. So war es auch für den Kopf anstrengend, denn man musste darauf achten, wo man hintritt. Man hätte sich leicht den Fuss vertreten, oder ausrutschen können. Das Hochgehen ging ja noch, mir grauste es bereits wieder denselben steinigen und rutschigen Weg runter zu gehen. Die Gefahr ist ja dann viel grösser auf den Steinen auszurutschen. Diesen Gedanken verdrängte ich aber sofort, jetzt geht’s ja erstmal hinauf. Ca. 45min. vor Gipfel Rysy hatte es eine Hütte (SAC-ähnlich), wo man etwas Essen und Trinken konnte. Ich weiss nicht, ob man dort auch übernachten könnte. Etwas weiter unterhalb der Hütte hatte es einen Wanderwegweiser mit einer Sense und einem Bild mit einem Sensenmann darauf. Der Sensenmann sagte, „be careful!“ Vorsichtig war ich dann auch. Zuoberst auf dem Gipfel hatte man eine schöne Aussicht auf die umliegenden Gipfel und die Bergseen. Rysy ist übrigens ein Grenzberg zwischen Polen und der Slowakei. Man könnte ihn auch von der polnischen Seite her erklimmen. Bevor ich mich wieder auf den Rückweg machte (es hatte auch auf dem Gipfel viele Leute), erlebte ich noch, wie ein junger Mann seiner Freundin einen Heiratsantrag machte. Sie sagte Ja, und er steckte ihr glücklich den Ring an den Finger :). Der Abstieg war dann gar nicht so grausam, wie ich es mir vorgestellt hatte. Man musste einfach gut auf den Untergrund und die Schritte achten, und das ging ganz gut.

Das waren wirklich zwei super Wandertage! Die Hohe Tatra kann ich also nur empfehlen. Man könnte hier locker eine ganze Woche verbringen.

Es grüsset euch, Madlene



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