Ein Wiedersehen in Bratislava

8 09 2012

Nach diesen zwei Wandertagen ging ich den nächsten Tag etwas ruhiger an. Ein Freund, zu dem später, hat mir gesagt, ich solle unbedingt die Burgruine von Spissky anschauen gehen. Diese Burg ist die grösste Mitteleuropas und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Also ging ich dort hin, und besichtige die Burg. Sie liegt wunderschön auf einem Hügel. Ich habe mir ein Audiogerät gemietet, und machte so, mit dem Mann im Ohr, eine Rundtour. Zeitgleich waren auch zwei Brautpaare auf der Burg, um Hochzeitsfotos zu schiessen. Ich genoss den sonnigen Nachmittag bei herrlicher Aussicht. Nun kurz zu dem Freund, der mir die Burg empfohlen hatte. Als Mellina und ich vor 2 Jahren eine 3-Städte-Tour gemacht haben (Wien-Bratislava-Budapest), lernten wir in Bratislava Karol kennen. Wir blieben in Kontakt – Facebook sei Dank ;). Etwa einen Monat bevor ich die Slowakei einfuhr, habe ich Karol gefragt, ob er mir irgendwelche Orte in der Slowakei empfehlen könnte. Kurz darauf erhielt ich eine Liste mit Ortschaften und Sehenswürdigkeiten :). Toll, oder?! Er hat mir neben der Burg, auch die Hohe Tatra empfohlen, und eigentlich all die restlichen Orte, die ich nun besucht habe. So muss man ja gar keinen Reiseführer kaufen ;). Etwa Mitte Nachmittag fuhr ich weiter nach Terchova. Diese Ortschaft liegt auch in einer Wandergegend mit waldigen Bergen, oder besser gesagt: Erhebungen. Die Berge sind hier schon nicht mehr so hoch. Während der Fahrt nach Terchova wechselte jedoch das Wetter; von schwül warm, zu schwül nass. Und, was macht man bei Regenwetter? Ja, genau, den Haushalt :). Während ich meine Wäsche gewaschen habe, stoppte der Regen, und ich reinigte den Wohungsboden. Zum Glück musste niemand anderes seine Wäsche waschen, so konnte ich nämlich meine Wäsche in der kleinen Waschküche improvisiert aufhängen. Es hatte nämlich keine Wäscheleinen. Darum spannte ich meine Wäscheschnur vom Fenster um den Boiler, und wieder zum Fenster zurück. Das klappte wunderbar. Glücklicherweise war es in diesem kleinen Raum warm, so konnte ich am nächsten Morgen meine trockenen Kleider von der Leine nehmen. Die Kleiderhänke im Bus wurde mir also erspart :). Leider sah das Wetter am nächsten Morgen nicht viel besser aus. Ich entschied weiter zu fahren. Rajecké Teplice war das Zwischenziel. Dort sah das Wetter etwas besser aus, und ich ging auf eine kurze Wanderung (2h). Bei den letzten 20min. der Strecke setzte der Regen ein. Da aber der ganze Weg mehr oder weniger im Wald war, wurde ich kaum nass. Mein Tagesziel war Trencin, eine mittelgrosse Stadt in der Westslowakei. An Schönheit liegt sie um Längen hinter Bratislava. Die Altstadt ist ganz hübsch, und von der Burg hat man einen herrlichen Überblick über die Stadt. Ansonsten finde ich Trencin jetzt nicht sonderlich attraktiv. Ich verbrachte den Nachmittag dort, und fuhr am nächsten Tag weiter in die Hauptstadt der Slowakei.

Ich habe mit Karol vereinbart, dass ich mich bei ihm melden werde, wenn ich in Bratislava angekommen bin. Das habe ich dann auch gemacht. Wir haben uns am Nachmittag auf einen Drink getroffen. Es war schon noch cool, jemanden zu treffen, den man vor 2 Jahren kennengelernt hatte. Ich meine, wir sahen uns damals genau einmal an diesem Abend im Ausgang. Wir haben über Dieses und Jenes geplaudert. Wir kamen dann so auf das Thema Strassen und Autobahnen. Er sagte dann, ob ich mir eine Vignette gekauft hätte, oder ob ich nie auf der Autobahn gefahren sei. Ich sah ihn mit grossen Augen an. Vignette? Da fing er an zu lachen. Ich erfuhr dann, dass man in der Slowakei, in Österreich (das wusste ich), in Ungarn und in Slovenien eine Autobahnvignette braucht – Ahaaa. Zum Glück sei ich nicht von der Polizei angehalten worden, sonst hätte es eine saftige Busse gegeben (ca. 150 Euro). Ich habe in der Slowakei wirklich nie ein Schild oder so gesehen, das sagt, dass man da eine Vignette braucht. Da hatte ich wohl Glück. Aber ich bin eigentlich auch nicht sooo viel auf Autobahnen gefahren… Wir verabschiedeten uns, und wer weiss, vielleicht sehen wir uns wieder einmal.

Am frühen Abend ging ich dann noch in die Altstadt. Da diese recht übersichtlich ist, kam mir sofort alles wieder bekannt vor. Da ich Bratislava eigentlich schon gesehen habe, verbrachte ich nur eine Nacht in dieser Stadt. Am Mittag des nächsten Tages ging es bereits ins Nachbarland – Ungarn.



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