Lissabon

10 04 2012

Ich bin jetzt bereits in Lissabon. Aber zuerst noch etwas zu meinem Surfurlaub:

Es war einfach nur der absolute HAMMER! Von jetzt an gibt’s einen (oder doch zwei?) jährlichen Surfurlaub :). Wer kommt mit? Wie schon im vorherigen Bericht erwähnt, war die 2. Woche wellen- und wettertechnisch nicht so gut, wie die 1. Woche. Aber das war nicht das Einzige. Am Donnerstag in der zweiten Woche hatten wir ein Gewitter. Es hagelte sogar!! Kaum zu glauben, oder?! In Portugal gibt’s sowas doch nicht ;-)! Leider produzierte das Gewitter auch einen Stromausfall für einige Stunden. Ich weiss jetzt nicht mehr so genau, um welche Uhrzeit der Strom ausfiel, 19.00 Uhr?, aber um ca. 23.00h hatten wir wieder Strom. Das gleiche Spiel wiederholte sich dann am Freitag. Wieder so ca. um 19.00h hatten wir keinen Strom mehr. So wurde ganz romantisch im Kerzenschein zu Abend gegessen. Leider startete dann um 22.00 Uhr unsere freitägliche Caipi-Party ohne DJ. Etwas Musik konnte dann wenigstens noch vom Laptop abgespielt werden. Um 23.00 Uhr hatten wir Licht, was aber nicht von langer Dauer war (15 min.) – ach neeeee :(. Doch die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. So kam es, dass wir dann gegen Mitternacht wieder Strom hatten, und wir dann sofort zur Bar strömten. Juhuuu, die Party kann los gehen! Am Samstag gingen wir dann nochmals surfen. Aber natürlich erst so ca. gegen 13.30h. Schliesslich mussten sich die einen oder anderen noch etwas vom vorherigen Abend erholen. Am abend gingen wir (Campbesucher) alle miteinander Abendessen – natürlich mit anschliessendem Barbesuch :). Für einige von uns, war es auch der letzte Abend im Camp. Das war ein schönes Ausklingen von meinem 2-wöchigen Surferlebnis. Ich habe mit meinen zwei Appartementbewohnerinnen vereinbart, dass ich sie am Sonntagmorgen zum Flughafen in Lissabon bringe, da ich ja eh nach Lissabon fahre. So hatte ich eine unterhaltsame Fahrt, und fuhr dann weiter zum Campingplatz in Lissabon. Ein gepflegter Campingplatz, der sehr leicht zu finden war. Endlich ein Platz, den man in einer Stadt gut findet :). Bevor ich mich am Nachmittag auf den Weg für in die Stadt machte, telefonierte ich noch nach Hause, um frohe Ostern zu wünschen. Mein erstes Telefonat seit meiner Abreise. Zum Glück war mein Dädi zu Hause, alle anderen waren nämlich fleissig am Osternästchen suchen. So habe ich mit meinem Dädi die News ausgetauscht :). Zum Beispiel, dass es in der Schweiz kalt ist und schneit,  und ich zwischen 20-25°C, Sonne und blauer Himmel habe :-P.

Kurz darauf ging es dann noch in die Stadt. Mit dem öffentl. Bus habe ich ca. 30 min. bis ins Stadtzentrum – ideal. Ich liebe es, den öffentl. Bus zu benutzen. Da sieht man bereits während der Fahrt die verschiedenen Gegenden, und man kann die ein- und aussteigenden Menschen beobachten. Ich wusste nicht genau, wo ich aussteigen sollte. Aber als sich bei einer Haltestelle viele Touris in Richtung Hintertür bewegten, tat ich das ihnen gleich. Die werden ja wohl wissen, wo sie aussteigen. Ich habe dann mal meine Stadtkarte hervorgenommen, um zu schauen, wo ich bin. Da aber weder Gebäude noch Plätze angeschrieben waren, wusste ich nicht sofort, wo ich war. Ich bin einfach den anderen Touris nachgelatscht :). Nach einiger Zeit hatte ich dann meinen Standort eruiert. Ähm, jaaaa, noch ziemlich ein Stück vom Zentrum entfernt. Da war einfach so Sehenswertes ausserhalb der Stadt. Ist ja auch gut, so hab ich das auch gesehen. Und es war auch wirklich schön. Ich bin dann am Hafen und am Meer entlang Richtung Stadt spaziert. War auch ein schöner Spaziergang. Als ich dann im Zentrum angekommen bin, musste ich zuerst noch herausfinden, wo denn der Bus 714 Haltestellen hat. Ich hatte nämlich keine Lust, die ganze Strecke wieder zurück zu gehen, weil ich halt dort die Haltestelle kannte. Alle Haltestellen sind immer mit denjenigen Busnummern beschriftet, die halten werden. Nur war leider meine Busnummer nirgends zu finden. Aber ist ja eigentlich nicht weiter tragisch, ich könnte ja immer noch bei einer Informationsstelle nachfragen, dachte ich so für mich. So weit kam es dann aber nicht. Plötzlich sah ich meinen Bus in eine Strasse abbiegen. Ich bin dann schnurstracks zu dieser Strasse gegangen und habe den Bus verfolgt. So kam ich schlussendlich zu meiner Buslinie. Juhuuu! So, jetzt konnte ich mir einen ersten Überblick der Stadt verschaffen, dass ich mich am nächsten Tag dann sofort zu recht finden werde. Am Abend bin ich dann erschöpft zu meinem Bus zurückgekehrt. Ach, ist das schön wieder im Bus zu leben :). Nach zwei Wochen in einer „normalen“ Wohnung, habe ich mich schon wieder auf meine Buswohnung gefreut. Ist doch viel aufregender!

Gegen Mittag des nächsten Tages ging es also wieder nach Lissabon. Lissabon ist eine tolle Stadt – schöne Gebäude, süsse Gassen, grosszügige Plätze und super Shoppingmöglichkeiten. Sie ist auch recht hügelig. Das erinnerte mich an eine Mischung aus San Francisco und Lausanne. Nebst Barcelona, ist Lissabon sicher auch eine Stadt, die ich sicher wieder mal besuchen möchte. Irgendwo in der Stadt besichtigte ich noch eine Kirche. Keine Ahnung was das für eine war. Ich ging eigentlich hauptsächlich rein, weil es draussen sehr warm war und in der Kirche angenehm kühl. Aber es war eine schöne Kirche, dass muss noch gesagt sein. Ich bin dann wieder am Abend zum Campingplatz zurückgekehrt. Eine Stadtbesichtigung macht einen so richtig müde.

Nach einer erholsamen Nacht, geht es heute weiter nach Sintra. Das ist gar nicht so weit von Lissabon entfernt. Sintra wird hier auch überall als Tagesausflug empfohlen. Es soll extrem schön sein, und vieles zu bieten haben. Einen Naturpark, „Berge“, Meer, historische Gebäude und sonst noch viel Sehenswertes. Bin mal gespannt, wie es dann wirklich ist…

Have a good one!

~Madlene



get out and surf!

7 04 2012

In der Zwischenzeit ist so einiges passiert, aber da ich Probleme mit der Wifi-Verbindung hatte, konnte ich meine Berichte nicht online stellen. Also, alles der Reihe nach:

Ach, wie die Zeit vergeht. Jetzt muss ich wieder überlegen, was ich so alles erlebt habe….Ach ja, ich fuhr am 20. März weiter Richtung Sevilla. Mit Campingplätzen in der Nähe von Städten hatte ich bis jetzt noch keine so guten Erfahrungen. Also mit der Campinganlage schon, aber mit dem Finden nicht. So wollte es auch dieses Mal nicht anders sein. Ich habe den Platz nicht gefunden. Habe dann mal irgendwo parkiert, und eine Señora nach dem Weg gefragt. Sie sagte dann, dass sie von diesem Camping nichts wisse, aber ich solle mal in diese Richtung fahren. Also bin ich in diese Richtung gefahren. Ich kam dann glücklicherweise an einer grossen Ortskartentafel (ihr wisst schon, was ich meine, oder?) vorbei. Habe nebenan parkiert, und mir das angeschaut. Mit einem roten Punkt wurde mein Standort markiert. Also fing ich die Strasse an zu suchen, wo sich der Camping befinden sollte. Ok, gefunden. Los, wieder ins Auto. Habe die Strasse dann gefunden, aber weit und breit kein Campingplatz. Ich parkierte das Auto an dieser Strasse, und fragte in einem Restaurant nach, ob das die Strasse sei, und wo sich der Camping „del Campo“ befinde. Diesen gäbe es nicht mehr, sagte man mir, *schluck*. Aber ganz in der Nähe sei ein anderer. Puuuhh! Im zweiten Anlauf, habe ich diesen dann gefunden – war ich froh! Den restlichen Nachmittag habe ich relaxed, gelesen, die Wäsche gemacht und mein Znacht zubereitet.

Am nächsten Morgen gings mit dem öffentl. Bus nach Sevilla. Sevilla ist noch eine schöne Stadt, mit diversen Sehenswürdigkeiten und Bezirken. Ich hab mir dann das Museo del Real Alcázar angeschaut. Da ich die Alhambra in Granada nicht besichtigt habe, habe ich mir gedacht, ich schau mir eben das Museo del Real Alcàzar in Sevilla an. Es heisst nämlich, dass das so quasi der kleine Bruder von Alhambra in Sevilla sei. Den Bezirk „Barrio de Santa Cruz“ hat mir ganz gut gefallen; schmale Gassen, schöne Plätze, viele kleine Läden. Ich bin dann so durch die Gassen spaziert und bin dann bei der Stierkampfarena angekommen. Die konnte man besichtigen. Also eine geführte Tour auf Englisch gegen Bezahlung. Hab ich dann gemacht. War noch interessant so in der Arena zu stehen, und sich vorzustellen, wie das hier so zu und her gehen muss, wenn die Toreros gehen diese armen Stiere kämpfen. Wir haben den Platz gesehen, wo die Stiere gehalten werden, die Pferdeboxen sind und die kleine Kapelle besichtigt, wo jeder Torero vor seinem Kampf hineingeht und betet. Ausserdem gab es da auch noch ein kleines, interessantes Museum, und der geschichtliche Hintergrund wurde dazu erklärt.

Am späteren Nachmittag habe ich etwas in einer empfohlenen Tapas-Bar gegessen. Diese Tapas sind echt lecker! So gegen Abend bin ich dann wieder zurück zur Bushaltestelle spaziert, und habe auf den Bus gewartet. Ich hab mir dann so überlegt, wie meine Endstation schon wieder geheissen hatte – ist mir jedoch nicht mehr in den Sinn gekommen. Dann dachte ich, dass ich die Stelle wohl erkennen werde, weil der Bus ja dort wieder vorbeifahren muss. Falsch gedacht. Irgendwie fuhr der Bus bei der Heimfahrt nicht an der gleichen Haltestelle vorbei. Als ich dann bemerkte, dass ich jetzt eben hätte aussteigen müssen, weil ich nach der nächsten Kurve per Zufall das Campingplatzzeichen entdeckte, drückte ich „Stopp“, stieg bei der nächsten Station aus und marschierte zurück. Zum Glück war es nicht gaaaanz so weit J.

Am 22. März fuhr ich dann weiter nach Sagres – Portugal. Sagres befindet sich ganz unten links von Portugal. Ich hatte keine Ahnung von diesem Ort. Ich dachte einfach, ich will genau dort hin, an den äussersten Zipfel Portugals. Sagres ist ein süsses Dorf mit schönen Stränden und Klippen. Dort blieb ich dann auch nur für eine Nacht. Am nächsten Tag gings nämlich weiter nach Vale da Telha. Ich habe vorher von diesem Ort auch noch nie was gehört, aber da eine Obwaldnerin dort in einem Surfcamp arbeitet, ging ich sie natürlich besuchen. Ich bin dann so kurz nach dem Mittag dort angekommen. Sie hat mir dann das ganze Surfcamp gezeigt – ein cooles Haus mit Pool. Da die ganze Crew noch mit dem Aufbau und dem Putzen des Camps beschäftigt war, half ich natürlich auch gleich mit. Es tat auch wirklich wieder mal gut, etwas zu tun. Am Abend durfte ich dann bei ihnen im Haus zu Abend essen. Meinen Camper habe ich direkt vor dem Haus parkiert, und hab dann auch die Nacht dort verbracht. War noch praktisch, weil ich dann immer die Toilette benutzen konnte J.

Am nächsten Tag half ich dann wieder beim Aufbau mit. Eigentlich wollte ich dann so im Verlaufe des Nachmittags weiter nach Lissabon fahren. Aber da am Samstagabend eine Livemusik in der einzigen Bar in der Umgebung auftrat, blieb ich natürlich. Das durfte ich doch nicht verpassen J. So gingen wir in die berüchtigte Pirañha-Bar. War ganz lustig dort. Musste dann auch noch den traditionellen portugiesischen Schnaps probieren (habe den Namen bereits wieder vergessen)…Ein Shot ging gerade noch. Aber mehr als einen, muss ich nicht trinken.

Ich fuhr dann also erst  am Sonntag um 11.00h weiter Richtung Baleal. 5 Stunden Fahrt lagen vor mir. Ich habe auf den Rat gehört, nicht Autobahn zu fahren, da es extrem teuer sei, und so wurden aus 3.5h Fahrzeit, eine 5-stündige Fahrt – aber eine schöne Fahrt. Ich habe dann mehr oder weniger per Zufall das Maximum Surfcamp gefunden. Mein Bauchgefühl hat mich einmal mehr nicht im Stich gelassenJ. Ein echt cooles Camp. Ich habe am Anfang den Camper schon etwas vermisst. Jetzt steht er ganz alleine draussen vor dem Camp. Ich „wohne“ in einem Appartement in einem 4-er Zimmer. Es hat nebst einem Einzelzimmer und einem Doppelzimmer noch eine gemeinsame Küche und ein kleines Wohn-/Esszimmer. Ganz gemütlich. In der 1. Woche hatte ich drei deutsche Zimmergenossinnen. Die waren super nett, und wir verstanden uns bestens. Da sie vorher auch noch nie ein Surfbrett in den Händen hatten, waren wir alle zusammen im Beginner-Kurs. Im Ganzen waren wir schlussendlich neun Beginner. Der Kurs war genial. Die beiden Surfinstructor waren extrem gut. Ich wüsste nicht, was ich bemängeln könnte. Nach einigen Einsteigübungen auf dem Surfbrett im Wasser, hiess es schon bald: „So, jetzt üben wir mal den „Take-off“ (das Aufstehen)“. Das hat dann zuerst noch etwas gehapert, aber am zweiten Tag gings schon recht gut. Aber ich sag euch die Arme – mano, die Arme waren bereits am Mittwoch sooooo schwer. Das ständige Paddeln ist echt anstrengend. Man wird dann von so einer Welle wieder zurückgeworfen, und man kann wieder von vorne beginnen. Mittlerweile geht das aber schon etwas besser. Es macht echt extrem viel Spass. Ausser die „Waschmaschine“ (wenn man die Welle nicht kriegt, und dann halt von der Welle durchgespült wird) ist nicht so angenehm. Aber man gewöhnt sich dran ;). Die ganze Woche war immer etwas los. Am Montagabend gabs dann zum Kennenlernen der Leute ein Asian-Food Abendessen. Am Dienstag haben uns unsere Surfinstructor beim Surfen gefilmt. Am Abend wurden dann die Aufnahmen besprochen und erklärt, auf was man noch Besonders achten sollte. Am Mittwoch gingen wir in den Fatum-Shop, um zu sehen, wie ein Surfbrett hergestellt wird. Das war echt interessant. Da steckt viel Wissen und Feingefühl dahinter. Am Donnerstag gabs dann wieder eine Videoanalyse und das Erkennen der Fortschritte der letzten Tage. Am Freitag fand dann das grosse End Of The Week BBQ statt mit einer anschliessenden Caipi-Party :). Ihr seht, ich hatte eine volle Woche. Zum Glück bleibe ich noch eine zweite Woche, die erste ging sooo schnell vorbei. Die drei deutschen Mädels blieben leider nur eine Woche. Jetzt bin ich alleine im Zimmer. Ich weiss nicht, ob da jetzt noch jemand kommt…mal schaun. Während der Woche, also falls nicht gerade Asian-Food oder BBQ auf dem Programm stand, haben wir (Anne, Jule, Valérie und ich) zusammen gekocht. Einmal habe ich für uns „Älplermagronen“ gekocht :). Mhmmm, war das lecker. Am Samstag sind wir dann auf eine Faust surfen gegangen. Der Kurs ist eben von MO bis FR, und am Wochenende kann man dann den Wetsuit und das Surfbrett weiter benutzen, wenn man möchte. Wir haben dann also den Wetsuit angezogen, haben das Surfbrett unter den Arm genommen und sind zum Strand marschiert. Ich sage nur eines: get out and surf! 🙂

Am Sonntag sind wir mit unseren Beach-Cruiser durch die Gegend geradelt. Peniche und Baleal haben echt einige schöne Flecken. Und all die verschiedenen Strände sind einfach traumhaft. Man sagt ja, dass Baleal und Peniche das Hawaii von Europa sind. Also, wenn ihr Surfferien machen wollt, kann ich euch dies hier bestens empfehlen – besonders im Frühling und im Herbst :).

Nach der Abreise der drei Münchner-Mädels war ich die ganze Woche alleine im Zimmer. Aber ich bekam drei neue Appartementbewohner. Am Montag konnte ich dann zur Intermediate-Group aufsteigen. Juhuuu, kein Beginner mehr :). Leider hatten wir diese Woche nicht sooo schönes Wetter und gute Wellen wie letzte Woche. Aber dennoch konnte ich mein Surfen verbessern. Ich musste oft die Zähne zusammenbeissen beim Rauspaddeln. Wenn man nämlich nicht genug schnell gepaddelt hat, kam schon die nächste Welle, und man wurde wieder zum Strand zurückgespühlt, oder man kam überhaupt nicht vom Fleck. Harte Arbeit, sag ich euch.

Ich werde in nächster Zeit noch einige Bilder hochladen, und noch etwas mehr zum Surfcamp schreiben. Heute ist mein letzter Abend im Camp. Wir (also die meisten vom Camp) gehen alle zusammen Abendessen.

Morgen geht’s dann weiter nach Lissabon, da ich diese Stadt noch offen habe.

Hang loose!

~Madlene



zurück ans Meer

22 03 2012

Von Santa Elena gings weiter Richtung Gibraltar. Eigentlich hätte ich mir dort einen Campingplatz herausgesucht. Die Wegbeschreibung war aber nicht so toll…so habe ich mich kurzum entschlossen, ca. 2km zurück zu fahren, wo ich ein Campingplatzzeichen gesehen hatte. Insgeheim dachte ich, dass dies evtl. doch der Weg für meinen Campingplatz ist. Neee, war nicht so. Aber Hauptsache auf einem Campingplatz. Konnte dann meine Parzelle selber aussuchen. Das ist ein Vorteil der Nebensaison :). Ich wählte einen sonnigen Platz in der Nähe der Sanitäranlagen. Danach habe ich mich entschieden, die Gegend etwas zu erkunden. Der Campingplatz war eher abgelegen und etwas höher gelegen. Ich marschierte also die Strasse runter, und kam in ein typisches Ferienwohnungen-Quartier. Ein sehr gepflegtes Quartier mit einer riesigen Golfanlage. Man konnte sogar nur in dieses Quartier mit dem Auto, wenn man dort wohnt. Der Ein- und Ausgang hatte bewachte Barrieren. Zuerst war ich mir nicht sicher, ob ich einfach so vorbeimarschieren kann – ich, als Nichteinwohner des Quartiers. Aber, als mich der Wächter mit einem freundlichen „Hola“ begrüsste, hab ich zurückgegrüsst, und bin durch spaziert. Ich bin dann so der Strasse entlang spaziert, in der Hoffnung, ich komme dann irgendwann mal zum Strand runter. Ich wäre sicher irgendwann dort angekommen. Aber nach einer Stunde hinunter spazieren, machte ich Kehrt und spazierte wieder hoch. Zurück am Campingplatz angelangt, machte ich Bekanntschaft mit meinen „Nachbarn“. Ein 42-jähriger Amerikaner (mit deutscher Abstammung) und seine 21-jährige, dänische Frau. Er ist ein ehemaliger amerikanischer Soldat, der in Somalia, Irak und in all der Scheisse (seine Worte) Dienst geleistet hat. Er hat seine ganze Familie bei 9/11 verloren, da sie alle im World Trade Center gearbeitet haben. Er ist jetzt – ja, schon mit 42 – pensioniert. Er bekommt die Soldatenrente. Ich weiss jetzt nicht mehr, wo er dann seine Frau kennengelernt hatte…auf jeden Fall möchten sie sich in Spanien niederlassen. Irgendwo zwischen Tarifa und Málaga. Jaja, jetzt suche ich mir auch einen Rentner, der uns beide durchbringen kann. Dann muss ich auch nie mehr arbeiten, und kann den Tag am Pool geniessen ;).

Am nächsten Tag, ungefähr um 11.30 Uhr bin ich dann weiter nach Tarifa gefahren. Tarifa ist die südlichst gelegene Stadt des europäischen Festlandes. Von dort sieht man direkt nach Marokko (nur 14km enfernt). Ab Málaga konnte man sich an jeder Tankstelle Schifftickets nach Tanger kaufen. Nach einer kurzen Fahrzeit (nur 1.5h) kam ich am frühen Nachmittag dort an. Der Strand war direkt am Campingplatz. Aaaaah, herrlich! Als ich beim Bus alles eingerichtet hatte, Strom und so, spazierte ich direkt zum Strand. Ich kam dann zu einer Tafel, die mir zeigte, wo ich war, und wo Tarifa war. Ich war nämlich etwa 10 Autominuten vom Städtchen Tarifa entfernt. Also los, einen Strandspaziergang nach Tarifa. Bis ich zum Stadtzentrum kam, verging eine Stunde. Dort angekommen, sass ich auf eine Bank am Meer. Direkt bei der Spaltung vom Mittelmeer zum Atlantischen Ozean. Danach ging ich durch die Strässchen und Gassen von Tarifa. Ein süssen Städtchen mit vielen Surferläden und Tapas-Bars. Nach einiger Zeit im Städtchen, suchte ich einen „mercado“, um das Nötigste einzukaufen. Die kleinen Läden auf dem Campingplatz sind immer so überteuert. Habe dann einen „mercado“ gefunden, habe eingekauft und bin zurückmarschiert. Tarifa hat einen unglaublich langen Strand. Auch extrem breit. Da es noch nicht sehr viele Leute hatte, hatte ich den ganzen Strand praktisch für mich. Oooh, ja! Bevor ich es vergesse: Direkt neben dem Strand auf einer spärlichen Wiese, hatte es Vieh. Ha äxtra Fotäli fir dich gmacht, Dädi :). Und Pferde hatte es auch.

Gegen Abend bin ich nochmals zum Strand spaziert, und habe mir den Sonnenuntergang angeschaut. Ein herrlicher Tag!

Ich bin etwas im Rückstand mit Schreiben…Hatte in letzter Zeit keinen richtigen Wifi-Empfang. Weitere Berichte folgen dann noch…

Liäbä Gruäss

~Madlene