letzte Tage in Estland
23 08 2012Wie ich ja schon im vorherigen Bericht erwähnt habe, fuhr ich zurück nach Estland. Auf dem Weg dorthin, stoppte ich noch kurz in Sigulda, um dort im Touristoffice bereits Informationen über den Gaujas Nationalpark und Cesis zu holen. Diese Orte werde ich nämlich besuchen, wenn ich von Estland zurück komme. Ich steuerte Võru in Lettland an. In meinem Reiseführer steht, dass 18km südlich von diesem Dorf der höchste Punkt des Baltikums liegt. Dieser Hügel heisst Suur Munamägi (Grosser Eierberg) und ist stolze 318m hoch. Als ich dort ankam, war ich etwas enttäuscht. Man hatte zuoberst überhaupt keine Aussicht – die Bäume versperrten jegliche Sicht. Man hätte den Lift hoch zum Aussichtsturm nehmen können, aber 1. war es neblig, und man hätte keine gute Sicht gehabt, und 2. war es viel zu teuer für eine schlechte Sicht, die sehr wahrscheinlich eh nur Wald geboten hätte. Die Zeit war inzwischen schon recht vorangeschritten, und ich suchte einen Campingplatz mit Waschmöglichkeit und Internet. Es war ja wieder höchste Zeit etwas von mir hören zu lassen, und die Wäsche war langsam, aber sicher auch wieder fällig. So ging ich auf einen Campingplatz in der Nähe von Võru, und schrieb die letzten Berichte, die ihr im Blog sehen könnt. Leider hatte es dort keine Waschmaschine.
Am nächsten Tag ging die Reise weiter in die Universitätsstadt Tartu. Mit etwa 100‘000 Einwohner (davon rund 20‘000 Studenten) ist sie die zweitgrösste Stadt Estlands. Ich ging auf dem Domberg, wo die Ruine der mittelalterlichen Domkirche thront, besuchte die Johanneskirche (Tartus Wahrzeichen), spazierte über den Rathausplatz und durch andere Gassen. Die Stadt hat mich jetzt nicht sonderlich beeindruckt. Da hat mir Tallinn, trotz den 10-fachen Touristen, viel besser gefallen. Mein Nachtquartier schlug ich in Elva auf. Dort konnte ich dann auch meine Wäsche waschen. Aaaber, sie hatten keinen Tumbler. Da die Wäsche am nächsten Mittag natürlich noch nicht trocken war, musste wieder meine gute Stube zum Resttrocknen herhalten. Der Campingplatz hatte eine super Feuerstelle. So habe ich ein Feuer gemacht, und, jaaa, war habe ich wohl gemacht? Jaaa, Cervelat gebrätelt :). Zum Dessert gab es dann noch eine „Schoggibananä“. Mhmmm, das war ein Gaumenschmaus. Leider habe ich einen viel zu scharfen Senf gekauft – meine Kopfhaut fängt an zu jucken, und ich habe das Gefühl meine Nasenhaare brennen. Das kommt halt davon, wenn man die estnische Sprache nicht versteht… Am frühen nächsten Nachmittages, 17.8., fuhr ich weiter nach Otepää. Genauer gesagt zum Pühajärv (Heiligensee). Dieser buchtenreiche See gilt als Schönster der Gegend. Ein 12km langer Wanderweg führt rund um den See herum. Und das habe ich dann auch gemacht. Ich brauchte etwas mehr Zeit für die Umrundung, als ich mir eigentlich gedacht hatte. Ich verlief mich nämlich wieder einmal. An der Südspitze des Sees war ich irgendwie so in Gedanken versunken, dass ich wohl eine Verzweigung nicht gesehen hatte. Irgendwann fiel mir dann auf, dass ich schon lange keine weiss-gelb-weissen Markierungen mehr gesehen habe. Es führte aber immer noch ein guter Pfad weiter. Ich entschloss mich diesem Pfad zu folgen, und hoffte, dass ich dann eine Person treffen werde, die mir sagen kann, wo ich bin, und wo ich weitergehen muss. Ich traf dann wirklich eine Frau im Wald an. Sie sprach weder Englisch noch Deutsch. Mit Hilfe von Mimik und Gestik konnten wir uns verständigen, und ich fand wieder auf den richtigen Weg zurück. Als ich nach der Umrundung erleichtert beim Bus ankam, realisierte ich, dass ich mich etwa 1h verlaufen hatte. Ist ja nichts Neues bei mir (man denke zurück an meine norw. Wanderungen) :).
Es war schon ziemlich spät, als ich am gleichen Tag die Grenze zu Lettland überquerte – byebye Estland. Ich entschloss mich, auf den nächstbesten Campingplatz zu gehen, der nicht mehr allzu weit vom Gaujas Nationalpark entfernt ist. So übernachtete ich in Valmiera. Es wird wieder billiger! Das war ja der erste Campingplatz, den ich in Lettland besuchte (Riga mit Mädels in Hostel). Ich zahlte nur 7 Lats (ca. 13 CHF).
Kategorien : Schweiz
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