Stockholm u. schwarz Campieren

20 06 2012

Nach einer angenehmen Nacht, setzte ich meine Reise weiter. Ankunftsziel: Stockholm. Fahrzeit: 4.5h. Die Landschaft ist wunderschön. Ich fuhr durch grüne Wälder, an Gewässer und kleinen Dörfer vorbei. Einzig das Gebirge fehlt noch etwas – es ist noch recht flach hier. Aber das wird weiter oben im Norden schon noch kommen. Ich habe mir in Stockholm eine der günstigsten Übernachtungsmöglichkeiten in Stadtnähe herausgesucht. Ein Stellplatz auf einem Parkplatz unter einer Brück an einem Fluss. In 25 min. bin ich in der Altstadt „Gamla Stan“ – ideal! Ich habe mich für 3 Nächte eingeschrieben. Stockholm hat nämlich einiges zu bieten. Als ich den Bus parkiert, und den Strom angeschlossen hatte, machte ich mich auf den Weg in die Altstadt. Ich wollte mir einen ersten Überblick verschaffen, und nur mal so durch die Gassen schlendern. Mein erster Eindruck: Wow! Eine wunderschöne Stadt. Sie hat mich nach wenigen Minuten in den Bann gezogen. Ich fühlte mich sofort wohl. Stockholm ist sehr empfehlenswert. Es gibt eine Faustregel, die besagt, dass Stockholm zu einem Drittel aus Wasser, zu einem Drittel aus bebauter Fläche und zu einem Drittel aus Grünflächen besteht. Diese gleichmässige Verteilung macht es aus. Ein super Stadtbild! Am nächsten Tag, 15. Juni, besichtigte ich div. Sehenswürdigkeiten von Stockholm. Ich besichtigte den königlichen Palast und war Zuschauer beim „Wachenwechsel“ (mit Pferden) im königlichen Hof. Dieser Wachenwechsel war interessant, aber auch etwas langatmig – eine ganze Stunde! Weiter schlenderte ich durch die Altstadt „Gamla Stan“, spazierte durch die grossen Einkaufsstrassen, ging über Brücken auf kleinere Inseln, usw. Eine wirklich abwechslungsreiche Stadt. Die Länder-Stickersammlung am Bus habe ich natürlich auch ergänzt :). Am Abend stand das Fussballspiel Schweden-England auf dem Programm. Das wollte ich natürlich nicht verpassen. Alle Pubs, die das Spiel zeigten waren voll. Schliesslich fand ich in einem gemütlichen Irish-Pub noch einen Stehplatz. Es herrschte eine gute Atmosphäre – viele Schwedenfans und einige Englandfans. Ich bestellte das billigste Bier (Carlsberg, 4dl knapp 8 CHF), und musste meinen Ausweis zeigen, hehe. Als ich so nach einer Weile stehend dem Spiel zugeschaut habe, sprach mich ein Herr an (ca. Mitte Fünfzig). Ob ich auch sonst fussballinteressiert sei, oder nur jetzt während der EM. Wir kamen dann ins Gespräch, und plauderten den restlichen Abend miteinander. Ich weiss seinen Namen gar nicht, kommt mir gerade in den Sinn. Auf jeden Fall lebte er schon an vielen verschiedenen Orten in der Welt. Er ist im Betongewerbe tätig, und hilft dann vor Ort die neuen Werke in Betrieb zu setzen, und Leute zu instruieren. Er riet mir dann in Norwegen einen Job in der Ölbranche zu suchen. In Norwegen liesse es sich gut leben, und die Arbeit wird gut bezahlt. Und als Schweizer habe man sowieso keine Probleme eine Arbeit zu finden – mal schauen ;). Ich verliess das Pub gegen 1h morgens und spazierte zurück zum Stellplatz. Der Freitag begann regnerisch und blieb regnerisch bis ca. 18.00h. Ich blieb am Morgen etwas länger liegen, da es ja eh in Strömen regnete. Später erkundigte ich mich an der Rezeption, wo sich die nächste Einkaufmöglichkeit befindet. Ich ging gemütlich mit Schirm und Rucksack in die genannte Strasse. Als ich wieder zurück zum Stellplatz ging, fiel mir ein nettes, kleines Café auf, das Gratis Wifi angepriesen hatte. Nachdem ich meine Einkäufe im Bus verstaut hatte, ging ich mit meinem Laptop im Rucksack zurück in dieses Café. Ich bestellte mir ein Milchkaffee und machte es mir an einem Tisch gemütlich. Ich musste mich nämlich über diverse Sachen informieren. Über mein nächstes Ziel „Siljansee“ habe ich nämlich gelesen, dass sie div. Livemusik in der Umgebung am Laufen haben. Habe dann herausgefunden, dass auf einem Campingplatz eine TV-Sendung mit Livemusik (Loreen – Gewinnerin des Eurovision Songcontests, Mando Diao,…) aufgenommen wird. So war mein nächstes Ziel klar: Orsa. Weiter musste ich einen Campingplatz in Oslo finden. Das ist nämlich meine nächste Destination. Nachdem ich mich für einen entschieden habe, recherchierte ich noch etwas über die Nationalparks, die ich in den kommenden Wochen besuchen werde. So verging die Zeit…Wie schon gesagt, wurde das Wetter am Abend besser. So entschied ich mich noch für einen ausgedehnten Spaziergang in die Stadt. Ich kam dann zufällig an einem „boat racing“ vorbei. Diese Rennboote mussten eine gewisse Strecke bis zur Boje, um diese herum, und wieder zurück düsen. Nach drei Stunden kehrte ich zurück zu meinem Bus, und übernachtete die letzte Nacht in Stockholm.

Regnerisch ging es auch am 17. Juni weiter. Je näher ich dem Siljansee kam, desto schöner wurde es :). Ich fuhr also zu dem Campingplatz in Orsa, und informierte mich an der Rezeption über diese TV-Sendung. Es gäbe leider keine Tickets mehr, war die Antwort. Schade! Ich entschloss mich dann, auf einem grossen Platz in der Nähe des Campings zu parkieren, und am See entlang zu spazieren. Die Vorbereitungen für die TV-Sendung waren voll im Gange. Es wurden Musikproben gemacht, und alles fertig aufgestellt. Ich dachte mir so: Ich muss ja am Abend kein Ticket haben, um draussen vor dem Zelt auf einer Parkbank zu sitzen, und der Musik zuzuhören. Ebenfalls wollte ich nicht für knapp 30 CHF auf diesem Campingplatz übernachten. So kam es, dass ich direkt vor dem Zelt auf einer Parkbank den Musikdarbietungen zugehört habe, auf dem grossen Parkplatz geschlafen habe, und mich in den Campingplatz hineingeschlichen habe, um die Toilette zu benützen. Wunderbar :). Man muss halt manchmal etwas frech sein…

Liebe Grüsse, Madlene