Die letzten Tage in Portugal
15 04 2012Sintra war wirklich schön (obwohl es etwas geregnet hat). Ich fuhr mit meinem Bus in das historische Stadtzentrum hinein und parkierte mal irgendwo. Danach suchte ich das Touristoffice, um mir eine Stadtkarte zu holen. Anschliessend spazierte durch alle Gässchen, verweilte in Läden und degustierte den Kirschschnaps (Ginja), den für diese Region so typisch ist. Der schmeckt etwa so wie ein „mon chérie“. Beim Degustieren trank man den Schnaps aus einem kleinen Schockobecher, den man danach natürlich essen konnte. Okok, ich gebe es ja zu – ich habe den Schnaps nur wegen dem Schockobecher probiert ;-). Da mir dieser Kirschschnaps aber wirklich gemundet hat, kaufte ich mir eine kleine Flasche (200ml). Da ich früh dran war, entschied ich mich noch an die Küste zum „Cabo da Roca“ zu fahren. Dieser Ort gehört auch noch zum Naturpark. Auf der Karte stand, dass es dort einen Leuchtturm und einen schönen Aussichtspunkt habe. Also, nichts wie hin. Es war ganz nett. Nicht gerade der Knüller, aber ganz ok. Ich wanderte dann noch ein bisschen an der Küste entlang. Eigentlich hätte ich mir ja einen Campingplatz in der Nähe von Sintra herausgesucht – eigentlich. Dann kam alles anders. Beim Zurückfahren nach Sintra habe ich noch am Strand „Plaia Grande“ halt gemacht. Aber nicht ohne Grund. Ich wusste, dass man hier auch surfen konnte, und wollte mal abchecken, ob es Surfer im Wasser hat. In Baleal haben alle reisenden Surfer am Strand in ihren Bussen übernachtet. So dachte ich mir, wenn es Surfer hat, die hier am Strand übernachten, mache ich das auch. (Nur keine Sorge, Mami). Als ich dort ankam, waren keine Surfer im Wasser. Es stand aber bereits ein Wohnmobil mit portugiesischem Kennzeichen dort. Ich spazierte am Strand entlang, und als ich dann zurück bei meinem Bus war, klopfte ich an das portugiesische Wohnmobil. Ich wollte nämlich fragen, ob sie hier übernachten, und ob das unbedenklich sei. Es stellte sich dann heraus, dass sich zwei Deutsche (ca. 64 Jahre) darin befanden. Sie hätten sich das auch gerade gefragt. Aber der Freund (auch ein Deutscher, der hier lebt), bei dem sie das Womo gemietet haben, habe ihnen diesen Platz empfohlen. Aber vor dem Platz stand eben so eine doofe Verbotstafel. Hmmm, was nun? Kurze Zeit darauf, kam ein Fischer vom Strand zum Platz. Ich fragte ihn dann, ob er wisse, ob man hier übernachten darf (polizeitechnisch), und ob es sicher sei (ausraubetechnisch). Er meinte dann, dass man übernachten dürfe. Die Polizei könne zwar schon aufkreuzen, aber nur um die Lage abzuchecken. Und wegen der Sicherheit meinte er, dass er keine Bedenken hätte. Das deutsche Paar hat sich währenddessen bei einer anderen Person erkundigt, die, die Aussage des Fischers bestätigt hat. Gut, wir bleiben. Als ich dann später in einem Café einen Galão (Milchkaffee) getrunken habe, fragte ich dort sicherheitshalber nochmals nach. Auch diese Frau hatte keine Bedenken. Bei den Deutschen zurückgekehrt, hatte sich in der Zwischenzeit auch ein Franzosenpaar dazugesellt. Ich wurde dann am Abend von den Deutschen zu einem Glas Rotwein in ihrem Womo eingeladen J. Das sind zwei Reiselustige, sag ich euch. Sie sind schon früher mit Wohnmobilen weit herumgereist. Damals aber auch noch in Selbstausgebauten. Unter anderem, seien sie insgesamt dreimal mit dem Camper von Berlin nach Nepal gefahren (Fahrzeit je 6 Wochen). Krass, nicht? Heute gehe das natürlich nicht mehr. Auch damals war der Iran schon etwas kritisch. Sie hätten dann immer einen Soldaten auf den Beifahrersitz gesetzt bekommen, und mussten die 3‘000km durch den Iran so schnell wie möglich abspulen. Je näher sie Nepal gekommen seien, desto leerer wurde der Camper. Sie hätten dann nach und nach den Inhalt verkauft, um 1. wieder Geld zu haben, und 2. den leeren Bus dann in Nepal zu verkaufen. Mit dem Erlös konnten sie sich nicht nur den Rückflug nach Berlin leisten, sondern zugleich einen Flug nach Thailand oder einen langen Aufenthalt in Nepal. Nicht schlecht, oder?! Es war wirklich noch ganz interessant mit diesen zwei zu plaudern. Es kam dann auch wirklich noch die Polizei. Aber wie schon der Fischer gesagt hat, schaute sie nur kurz nach dem Rechten.
Gegen 23.00h ging ich dann wieder zu mir rüber, und machte mich bettfertig. Nach einer ruhigen Nacht, wurde ich am Morgen vom Rauschen des Meeres geweckt. Ach, ist das herrlich, wenn man bereits früh morgens den Blick auf den Strand und das Meer geniessen kann. So gegen 10.00h verabschiedete ich mich von meinen deutschen Freunden, und fuhr weiter Richtung Porto. Jetzt geht’s also wieder in nördliche Richtung. Ich wusste, dass es in Vila Nova de Gaia einen Campingplatz hatte. Der heisst sogar „Parque de Campismo da Madalena“ :). Aber ich wusste eben nur das. Ich fuhr dann eben mal Richtung Porto – jedoch auf Hauptstrassen. Die Autobahn in Portugal ist nämlich extrem teuer. So hat man zwar viel länger, aber die Fahrt ist umso abwechslungsreicher. Nach 5 Stunden Fahrt bin ich dann in Vila Nova de Gaia angekommen. Und wo ist jetzt der Camping? War natürlich gerade nichts angeschrieben – wäre ja auch zu schön gewesen. Nach etwas ahnungslosem Herumfahren, habe ich dann in der Nähe eines Cafés parkiert, und habe mir zuerst einmal einen Galão gegönnt. Beim Bezahlen fragte ich dann noch, wo denn hier in der Nähe der Camping sei. Es gäbe hier keinen Camping, war die knappe Antwort. Tssss! Wenn man zu faul ist, den Weg zu erklären, oder halt nicht so gut Englisch spricht, sagt man einfach, es gäbe keinen. Auch eine Variante. Also spazierte ich noch etwas weiter die Strasse hinunter. Ich fand dann wieder so eine tolle, grosse Übersichtskarte der Stadt. Ich fand dann auch die Strasse, wo der Campingplatz ist. Leider war jedoch nirgends markiert, wo ich mich momentan befinde. Ich hab dann einen vorbeigehenden Herrn gefragt, der mir mein Standort gezeigt hat, und mir sogleich den besten Weg zum Campingplatz erklärt hat. Mein Held! Keine 10 Minuten später war ich auf dem Campingplatz – von wegen, es gäbe keinen, tsss! Übrigens gab es auch noch einen Strandabschnitt, der “Praia da Madalena” hiess :). Ich habe ja jetzt schon viele Wohnmobile gesehen. Wobei Wohnmobil untertrieben ist. Das waren richtige Reisecars, die zugleich noch einen Anhänger mit einem Mini darauf angehängt hatten! Und ich daneben mit meinem kleinen Büssli, hihi. Auf diesem Camping (Madalena) habe ich jetzt noch etwas anderes entdeckt: Man parkiert jetzt neu den Smart IM Reisebus (siehe Foto) – ohne Worte.
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