Gastfreundschaft und unbekanntes Luxembourg
24 05 2012Nun bin ich also in Grönland, und geniesse meine 2.5 Wochen Ferien :). Hier habe ich wieder einmal Zeit, den letzten Monat in Erinnerung zu rufen. Während den letzten 4 Wochen habe ich wirklich viel gesehen und erlebt. Ich fasse das alles möglichst kurz und verständlich zusammen, sonst würde es nämlich Romane geben…
Regula kam am 22. April in Bordeaux an. Die dreiwöchigen Reise durch 5 Länder (Westfrankreich, Luxembourg, Belgien, Holland und Norddeutschland) konnte also beginnen. Juhuuuiiii! Wir verbrachten die Nacht noch in der Nähe von Bordeaux, fuhren dann aber bereits am nächsten Tag weiter nach Nantes. Unterwegs machten wir noch einen Abstecher auf die île d’Oléron, die uns sehr gefallen hat. Diese Insel ist bekannt für ihre Austernzucht. Wir haben uns dann aber für normale Muscheln entschieden. Und so genossen wir ein leckeres Mittagessen auf der île d’Oléron. Die Stadt Nantes hat uns ebenfalls gefallen. Die alten, steinigen Gebäude, die Gassen und der Charme von Nantes hat uns sofort verzaubert. Nach zwei Nächten auf einem super Campingplatz ging es weiter in die Bretagne. Geanuer gesagt nach Brest, oder besser in die Nähe von Brest. Dort wussten wir nicht so genau, was uns erwarten wird…Wir wussten nur so viel: 3 Jungs (Regula kannte einen von ihnen – Valentin), die Adresse zu ihrem Haus, und dass wir sehr wahrscheindlich zwei Nächte dort verbringen werden. Wir waren schon etwas aufgeregt, als wir uns auf den Weg machten. Wir fuhren aber nicht auf direktem Weg dorthin, sondern machten noch zwei kurze Stopps. Den einen in St. Nazaire, und der andere in Guérande. Guérande ist bekannt für seine Salzgärten an der Atlantikküste.
Wir waren schon etwas aufgeregt, als wir unserem Ziel immer näher kamen. Werden wir das Haus wirklich finden? (Ich fahre ja noch immer ohne Navi…) Was sind das für Jungs, mit denen wir die nächsten Tage verbringen werden? Die Freude war gross, als wir den Bus beim richtigen Haus parkten. Kurz darauf erschien auch Valentin. Etwas später besichtigen wir das Haus. Ein wirklich cooles, grosszügiges Haus, das Valentin, Florent und Thibaud bewohnen. Obwohl Regula und ich sagten, dass wir draussen im Bus (oder dans „le camion“, wie die Jungs sagen würden, hehe) übernachten können, überliess uns Valentin sein Zimmer, und quartierte sich für die zwei Nächte bei Thibaud ein. Die drei Jungs studieren zusammen Maschinenbau, und haben jetzt noch ein Jahr vor sich. Es sind wirklich flotte, zuvorkommende und gut erzogene Burschen. Wir waren wirklich erstaunt. Nach einem gemütlichen Abend mit etwas Wein (so lässt sich Französisch leichter sprechen 😉 ), fielen wir müde ins Bett. Am nächsten Nachmittag zeigte uns Valentin einige schöne Orte an der Küste. So verbrachten wir einen sonnigen, aber sehr windigen Nachmittag. Am Abend bekochten wir die Drei mit Älplermagronen und Apfelmus. Nach den ersten skeptischen Bissen, schmeckte es ihnen. Puuuuh, Glück gehabt ;). Später backten wir noch den Schockokuchen in der Bratpfanne, und offerierten wir ihnen „äs Zwätschgä“. Das mundete ihnen ebenfalls, und so verbrachten wir wieder einen gemütlichen Abend zusammen.
Am nächsten Morgen brachen wir wieder auf. Es erwartete uns eine etwas längere Fahrstrecke. Unser eigentliches Ziel war bereits Luxembourg. Aber da die Stadt noch etwas weit weg war, entschieden wir uns, ungefähr in der Mitte der Strecke zu übernachten. In meinem Stellplatzführer haben wir dann nach einem Stellplatz mit WC und Elektrizität gesucht. In einem kleinen Dörflein namens Heutreauville, haben wir dann einen passenden gefunden – dachten wir zumindest. Aber dazu später… Auf dem Weg zu dem besagten Dörflein, befolgten wir den Rat unserer neuen Freunde, und besuchten Le Mont-Saint-Michel. Das ist eine kleine Insel, die vom Benediktinerkloster dominiert wird, das zuoberst auf der Insel erbaut wurde. Wir erfuhren, dass es dort nur 44 Einwohner hat, und man zum grössten Teil vom Tourismus lebt. Weiter gehört Le Mont-Saint-Michel zum Weltkulturerbe der UNESCO, und seit 1998 wird dieser Ort als Teil des Jakobsweges in Frankreich aufgelistet. Dieser Ort war auf jeden Fall einen Stopp wert. Gegen Abend erreichten wir Heutreauville. Der Stellplatz war sehr gepflegt und lag direkt an der Seine. Ich fragte dann den Monsieur: „Où sont les toillettes?“. Er antwortete erstaunt: „Il n’y a pas des toillettes“. Regula und ich schauten uns nur so an, und dachten: Shiiiit!!! So mussten wir uns halt etwas in Körperbeherrschung üben. Nach dem Abendessen gingen wir auf einen Spaziergang, und waren froh, dass Heutreauville wirklich ein kleines, kleines Dorf ist, mit wenig Leuten und Wald entlang der Seine :)…wir sind ja nicht heikel. Am nächsten Morgen verdrängten wir unseren Toillettengang bis zum nächsten McDonald’s, wo es dann ein „coffee to go“ mit auf den Weg gab. Während der Fahrt nach Luxembourg machten wir in Reims einen kurzen Stopp, um uns die Beine etwas zu vertreten. Es stellte sich heraus, dass auch Reims ein schönes Städtchen ist. Was wird und Luxembourg bieten? Wir beide wussten eigentlich nichts von dieser Stadt, geschweige denn von diesem Land. Welche Sprache spricht man dort? Französisch? Da es an Belgien und Frankreich grenzt. Oder vielleicht sogar Deutsch, weil es auch an Deutschland grenzt? Existiert Luxemburgisch? Wir wussten es nicht. Als wir in Luxembourg ankamen, fanden wir folgendes heraus: Luxemburgisch= Nationalsprache. Deutsch und Französisch= Amtssprachen. So, da haben wir wieder etwas gelernt. Die Stadt Luxembourg hat uns jetzt nicht vom Sockel gerissen. Sie ist ganz nett, und hat einige schöne Sehenswürdigkeiten. Aber der Charme hat uns gefehlt. Auf dem Weg nach Belgien, sind wir noch etwas durch die Landschaft von Luxembourg gefahren. Das Land wirbt für schöne Wanderungen, und dem werden sie wohl auch gerecht, denn wir sahen viele Wanderer. So liessen wir es uns nicht nehmen, eine kleine Wanderung zu unternehmen. Nach diesem gemütlichen Rundgang, stiegen wir wieder in unseren „Camion“, und liessen Luxembourg hinter uns.
Weitere Berichte folgen… 🙂
Liäbi Griäss, Madlene
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