zurück in Schweden

3 07 2012

Meine Route führte mich zurück nach Schweden. Nach Åre genauer gesagt. Da ich erst um 15.30h in Hjerkinn abgefahren bin, und die Fahrt ca. 4.5h dauerte, kam ich erst kurz vor 8 Uhr abends in Åre an. Ich wusste, dass es in Åre selbst keinen Campingplatz hat. Ich entschied mich wieder irgendwo wild zu campieren. Aber wo? Ich fuhr auf einen grossen Parkplatz, der direkt neben dem Bahnhof, einem grossen Hotel und einem Einkaufszentrum lag. Ich parkierte und erkundete etwas die Umgebung. Im zweiten Stock des Einkaufszentrums war auch das Tourist Office. Ausserdem hatte es im Erdgeschoss saubere Toiletten und Duschen, die man für je 5 Kronen benutzen konnte. Ideal, dachte ich :). Als ich dann andere Wohnmobile auch dem Parkplatz sah, waren meine Zweifel verschwunden hier zu campen. Ich ging noch kurz auf Toilette und dann zurück zum Bus. Nach dem kalten Abendessen – ich hatte ja keinen Strom zum Kochen, und mit dem Gaskocher auf dem Parkplatz zu kochen, wo es eigentlich nicht ganz legal ist zu campen, richtete ich mir schon bald mein Bett ein. Nach 4h wandern und 4.5h fahren war ich sehr müde. Obwohl es Samstagabend (30.6.) war, und ich mir zuerst noch überlegte in eine Bar zu gehen, entschied ich mich für den wohltuenden Schlaf. Schliesslich wollte ich am nächsten Tag auf eine Wanderung gehen.

Das Tourist Office öffnete um 9.00h, und kurz darauf traf ich dort ein. Ich bat um eine Wanderkarte und Tourenvorschläge. Da das Wetter etwas unsicher war, entschied ich mich für eine kürzere Wanderung, und nicht in schneebedeckte Gebiete. Es hat hier in den höheren Lagen noch überall Schnee. Die Frau im Tourist Office sagte mir, dass sie einen schneereichen Winter hatten, und jetzt immer noch viel Schnee liegen würde. Schlecht für mich. Nach etwa der Halbzeit meiner Wanderung fing es an zu regnen. Ich hatte meine Regensachen natürlich eingepackt. Nach einigen Minuten hörte es aber zum Glück wieder auf. Ich behielt jedoch die Regenkleider an. Der Himmel schaute nämlich noch immer verdächtig nach Regen aus. Etwa eine halbe Stunde später regnete es monsunartig. Unglücklicherweise, fand ich für einige Zeit keinen Unterschlupf. So spürte ich, wie meine Regenhosen dem Regen nicht mehr stand halten konnten. Ich fand dann endlich einen Unterstand und wartete, bis es etwas weniger stark regnete. Nach guten 4h war ich wieder im Tal. Ich packte meine Duschtasche und ging im Erdgeschoss des Einkaufszentrums duschen. Die Duschen waren sehr sauber und ich wette, das liegt daran, dass sie nicht oft benutzt werden. Für mich waren sie ideal :). Heute war ja auch noch das Finalspiel der Fussball EM. Ich ging in eine Sportbar und sah mir das Spiel an. Müde fiel ich dann wieder ins Bett. Jep, ich übernachtete noch eine zweite Nacht auf dem Parkplatz. Am Sonntagmorgen, meldete der Wetterbericht schöneres Wetter. Deshalb hoffte ich, dass ich bei schönem Wetter auf den Årestukan wandern kann. Leider hatte sich die Wetterlage verändert. Es meldete mehr Regen und auch kältere Temperaturen. Hmmm, doof! Der nächste Morgen sah dann auch wirklich nicht sehr vielversprechend aus. Ich entschied mich weiter nach Östersund zu fahren – die Hauptstadt der Provinz Jämtland. Ein kleines Städtchen schön am Storsjön-See gelegen. Auf dem Weg dorthin machte ich jedoch noch einen Halt bei einer Autogarage. Oder Nein, besser gesagt drei Halte. Mir wird ja üblicherweise erst beim dritten Anlauf geholfen. Dann aber sehr herzlich. Das Lämpchen für die Handbremse flimmerte schon seit einigen Tagen. Mal leuchtete das Lämpchen, mal nicht. Ich dachte, dass das nicht so schlimm sei, denn ich spürte keine Behinderung, sprich keine Bremsreibung beim Fahren. Ich habe auch nichts gerochen. Aber seit den letzten 2 Tagen leuchtete das Lämpchen ständig. Und als es dann auch noch so merkwürdig rumpelte, als ich den Motor abstellte, war mir nicht mehr so wohl. Ich hatte Angst, dass die Handbremse plötzlich die Räder blockieren könnte, ich nicht mehr weiterfahren könnte. Da ich mich doch zu wenig mit Autos auskenne, ging ich auf Nummer sicher, und fuhr zur nächsten Garage. Wie schon erwähnt, wurde mir dann in der dritten Garage geholfen. Der Mann checkte kurz die Handbremse, sah das Lämpchen leuchten, holte eine Flüssigkeit und fühlte diese hinein. Das Leuchten stoppte. Das „Rumpeln“ war aber noch immer da. Er hörte sich das „Rumpeln“ zwei-, dreimal an, und sagte mir, dass das nicht schlimm sei. Darüber müsse ich mir keine Sorgen machen. Ich hoffe, dass er Recht behält.

Ich bin gut in Östersund angekommen. Hier zeigte sich sogar die Sonne! Ich verbrachte einen gemütlichen Nachmittag im Städtchen und genoss die Sonne. Am nächsten Morgen fuhr ich weiter nach Sundsvall. Eigentlich wollte ich diese Stadt nur beim Vorbeifahren besichtigen. Als ich parkiert hatte, und ins Zentrum spazierte, war da so einiges los. Bühnen wurden aufgestellt, Zelte hergerichtet, Tisch und Bänke wurden zurecht gerückt… Ich begab mich zum Tourist Office und fragte, was da im Gange sei. Das „Gatu Fest“ (Strassenfest), sagte man mir. Gestern, Montag 2.7., hat das Fest begonnen, und dauert bis zum 7. Juli. Morgen, 4. Juli ist der Eintritt frei. Ansonsten kostet der Eintritt für einen Tag über 60 CHF. Ich habe mich nun entschieden zwei Nächte hier zu bleiben, und am Donnerstagmorgen weiter der schwedischen Küste entlang Richtung Umeå zu fahren. Ich bin mal gespannt, wie morgen das Gatu Fest sein wird :).

Liebe Grüsse, Madlene



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