Vom Schnee zum Meer

8 03 2012

Am Sonntag, 4. März 2012, ging nun also meine Reise los. Ich realisierte das noch nicht so wirklich, dass ich jetzt für ein gutes halbes Jahr unterwegs sein werde. Wenn ich ehrlich bin, realisiere ich es jetzt auch noch nicht. Ich hatte noch etwas hektische Tage hinter mir. Musste noch dieses und jenes erledigen…aber jetzt kann ich mich ja davon erholen :).

Die ersten Tage (SO-MI) begleitete mich David. Ich war froh, kam er die ersten Tage mit. So hatte ich Unterhaltung, konnte mich an meine fahrende Wohnung gewöhnen, und wäre nicht alleine, falls etwas passieren würde – einfach ein sicherer Start für mein Abenteuer.

Unseren ersten Campingplatz habe ich im Voraus via Internet ausfindig gemacht, da um diese Zeit erst wenige Campingplätze offen sind. Ich habe dann gelesen, dass ein Camping in Gresse-en-Vercors (Frankreich) offen hat. 5.5h Fahrzeit. Gut, da fahren wir hin. Damit wir den Weg dorthin sicher finden, habe ich noch die Reiseroute ausgedruckt. Ich fahre ja ohne Navi…

Um 9.00Uhr gings los. Juhuuuuu! Den ersten Zwischenstopp war bereits in Lungern. Dort konnte ich noch etwas Fleisch abholen, mmhmmm. Dankä Thomi :)! Ca. 7h später (mit allen Zwischenstopps) erreichten wir Gresse-en-Vercors – ein Skigebiet in den Bergen. Ja, es hatte Schnee. Ja, es war recht frisch. Zum Glück war die Nebenstrasse zum Campingplatz und drei Stellplätze schneegeräumt. So konnte ich tip top mit meinen Sommerpneus hineinfahren. Das Symbol für die obligatorische Schneekettenpflicht habe ich einfach übersehen ;). Ich fragte dann noch an der Rezeption, ob es über Nacht Schnee gäbe. „Oui, un peu“, war die Antwort. Also, hofften wir, dass es wirklich bei „un peu“ bleibt, damit wir nicht im Schnee stecken bleiben. Gresse-en-V. ist ein kleines Dorf mit einem grossen Tourismusgebiet. Nichts besonderes. Wir waren beide gespannt darauf, wie kalt die Nacht sein wird. Im Schlafsack war es angenehm warm während fast der ganzen Nacht. Irgendeinmal wurden die Füsse etwas kalt. Jänu! Der Morgen: „Es Schiimli“ Schnee, Glatteis und gefrorene Fenster (innen und aussen). Zeit für einen heissen Tee.

Kurz nach 9.00h fuhren wir weiter. Ganz vorsichtig durch den Schnee und das Eis. Unser nächstes Reiseziel war Palavas-les-Flots. Das ist ganz in der Nähe von Montpellier. Unterwegs machten wir Verpflegungsstopps und auch einen Leutturmbesuch in Carro (westlich von Marseille). Die Fahrt war sehr abwechslungsreich. Wir fuhren zwischen den Bergen (sogar über einen Pass mit Schnee), auf der Autobahn, auf Hauptstrassen und am Meer entlang. Also vom Schnee zum Sandstrand :). Es war extrem windig auf der Fahrt. Ich musste extrem Gegensteuer geben. Den Bus hat es manchmal richtig durchgeschüttelt. In Palavas übernachteten wir auf einem überwachten Stellplatz. Man hatte dort Dusche, WC und Strom. Das ist 1. viel günstiger und 2. reicht es ja völlig. Die Nacht war um einiges wärmer :).

Am 3. Tag nahmen wir die Strecke nach Barcelona in Angriff. Das war bereits David’s Final Destination. Wir wollten auf einen Campingplatz in der Nähe von Barcelona. So dass, wir die Stadt mit öffentl. Verkehrsmitteln erreichen können. Wir wussten, in welchem Ort der Camping war. Leider haben wir kurz vor Barcelona etwas die Orientierung verloren, weil es nicht mehr so gut beschildert war. Wir haben dann schlussendlich den Ort gefunden, aber den Campingplatz nicht. Zum Glück sahen wir ein Touristinfo-Zeichen. Dort hat uns dann die nette Frau zwei Campingplätze in der Nähe herausgesucht. Einer von diesen war jedoch noch nicht offen. Also sind wir zum Camping „Estrella de Mar“ gefahren. Die nette Frau, die anscheinend sonst wenig Besuch hatte, deckte uns noch mit Prospekten ein. Das mit dem Campingplatz hat alles bestens funktioniert. Wir haben uns auch sofort erkundigt, ob es in der Nähe einen Bus nach Barcelona gäbe. Tatsächlich, nur einen Katzensprung vom Camping entfernt. Die Fahrt dauert ca. 45 min., und man zahlt 2 Euro pro Strecke.

Am Mittwochmorgen haben wir dann den Bus nach Barcelona genommen. Nach etwa 2/3 der Strecke musste sich ein kleiner Junge im Bus übergeben. Direkt neben uns. Wir sind beim Pl. d’Espanya ausgestiegen, haben uns ein Ticket für so einen Touribus gekauft, und haben so den grössten Teil der Stadt besichtigt. Am Mittag gab es Tapas, leckaaaa :). Am späteren Nachmittag sind wir dann erschöpft zum Campingplatz zurückgekehrt. David musste so ca. zwischen 18.30-19.00h am Flughafen sein. So fuhren wir frühzeitig ab, dass er sicher genug Zeit hatte.  Es reichte sogar noch für einen Kaffee am Flughafen. Nachdem Check-In, habe ich mich von David verabschiedet, und bin mit dem Bus zurück zum Camping gefahren.

Jetzt bin ich alleine. Aber nur kurz. Mein Mami kommt schon bald, juhuuuu! Am Freitagmittag landet sie in Barcelona. Sie kommt eine Woche zu mir in die Ferien :). Ich werde dann wieder berichten….

Kilometerstand am 8. März 2012: 1’417 km

Hasta luego, Madlene