Die ersten Tage en France

22 04 2012

Ich liess es mir kulinarisch nochmals so richtig gut gehen in San Sebastián. Von Tapas mit Bier am Mittag, über Kaffee und Kuchen am Nachmittag, zu Paella mit Sangria am Abend :). Schliesslich war das der letzte Tag in Spanien. Es war ein schöner Tag. Der Himmel war zwar bedeckt, aber es blieb sogar bis um 18.30 Uhr trocken. San Sebastián ist eine interessante Stadt. Vor allem die Altstadt hat extrem Charme. All die Gassen mit den kleinen Läden, den Tapas-Bars und den alten Gebäuden. Dort konnte ich mich lange verweilen. Auch die restliche Stadt ist einen Abstecher wert.

Nun bin ich bereits in Frankreich. Heute, 18.4., bin ich in Biarritz angekommen. Biarritz ist nur ca. eine halbe Stunde von der spanischen Grenze entfernt, und hat noch einen spanischen Touch. Jetzt kann ich hier voll mit meinem Schulfranzösisch auftrumpfen :). Das geht schon bedeutend besser, als Spanisch, geschweige denn Portugiesisch, zu sprechen. Das Wetter hat sich auch in Frankreich nicht verändert: regnerisch und zwischen 10-14°C. Jänu. Das hielt mich natürlich nicht davon ab, Biarritz zu besichtigen. Aber es wäre halt schon schöner und angenehmer bei besserem Wetter. Das Meer war richtig stürmisch und lud überhaupt nicht zum Verweilen ein. Deshalb hielt ich mich vor allem im Stadtzentrum auf.

Nun geht es Schlag auf Schlag. Jeden Tag ein anderer Ort. Nächste Station: Hossegor. Auch eher ein Touristenstädtchen. Das Zentrum hat viele Surfer- und Markenläden. Der Canal d’Hossegor führt entweder Richtung Meer (stürmisches Wetter und Regen) oder zum Lac d’Hossegor, wo ich wieder einmal Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht spürte. Alles in allem eine sehr schöne und abwechslungsreiche Gegend. Aber das Tüpfchen auf dem „i“ machen die Outlet-Stores etwas ausserhalb von Hossegor. Billabong, Quicksilver, Roxy, Volcom und O’neill sind nur einige der Läden. Da hätte ich so einiges Geld liegen lassen können. Aber ich hatte mich im Griff. Ich will ja doch noch etwas länger unterwegs sein. Apropos unterwegs sein: Ich mache jetzt noch einen Abstecher nach Grönland. Habe die Flüge vor einigen Tagen gebucht. Juhuuuu! 🙂 Ich fliege am 18. Mai von Kopenhagen ab, und werde dann dort wieder am 7. Juni landen. Wieso dieser Abstecher? Eine dänische Kollegin, Malene, die ich während meinem Au-Pair Jahr in Kalifornien kennengelernt habe, lebt und arbeitet jetzt dort als Kindergärtnerin. Also packe ich doch die Gelegenheit, und gehe sie besuchen. 2.5 Wochen Grönland – kann’s kaum erwarten :)!

Den Freitag, 20.4., verbrachte ich in Biscarosse. Diese Ortschaft ist in drei Teile unterteilt: Ville, Plage und Lac. Auch ein sehr abwechslungsreicher Ort. Meer, Strand, Wälder und Hügel. Den Campingplatz, den ich mir im Internet herausgesucht habe, existierte in real gar nicht mehr! Die Deppen sollen doch die Homepage löschen, damit man gar nicht erst auf den Campingplatz stossen kann, tsss! Im Tourist-Office Biscarosse-Plage erkundigte ich mich dann nach Campingplätzen. Leider hatten die Plätze direkt am Strand noch zu. Aber ich verbrachte dann noch eine Weile à la Plage, bevor ich gegen Abend weiter nach Biscarosse-Lac fuhr. Habe dann dort einen Campingplatz gefunden, und einen gemütlichen Abend verbracht.

Der Klang von Regen weckte mich am nächsten Morgen. Heute habe ich mir vorgenommen die höchste Düne Europas zu erklimmen. Diese Düne heisst La Dune du Pyla und liegt zwischen Biscarosse und Arcachon. Also, nichts wie hin. Diese Düne ist wirklich eindrücklich hoch. Sie trennt das Meer vom Wald – ein eindrückliches Bild. Ich stampfte dem Grat der Düne entlang. Das war wie Schneeschuhlaufen – einfach im Sand. Als ich dann wieder bei meinem Bus ankam, fing es wieder heftiger an zu regnen. Ein idealer Tag, um wieder einmal meine Wäsche zu waschen. Dieses Mal konnte ich die Wäsche leider nicht in der Sonne trocknen lassen. Den Rest des Nachmittages verbrachte ich mit Waschen, Lesen, Kochen und Aufräumen. Schon bald kommt ja mein Feriengast. Da muss doch wieder alles blitzblank sein ;).

Heute, 22.4. kommt nun also Regula in Bordeaux an. Ich bin bereits auf dem Campingplatz in der Nähe von Bordeaux. Schon bald mache ich mich auf den Weg, um sie abzuholen :). Ich freue mich riesig auf unsere gemeinsamen 3 Wochen.

A bientôt!

~Madlene



Silikonfuge gezogen, Wein getrunken

16 04 2012

So, das mit dem Hochladen, hat ja dann am nächsten Morgen geklappt. Der Plastiksack hat den Schlafplatz auch trocken gehalten – juhuuu! Ich bin zwar mehrmals in der Nacht erwacht, weil es so stark gewindet hat. Wenn es so stark windet, schüttelt es immer den ganzen Bus durch. Zudem raschelte dieses Mal auch noch der Plastiksack über mir auf dem Dach. Aber Hauptsache, es ist alles trocken geblieben. Am Morgen nutzte ich gleich den regenfreien Moment, um eine Silikonfuge um die Dachhaube zu machen. Ich kletterte auf das Autodach, und putzte und trocknete die bestimme Fläche. So jetzt konnte ich loslegen. Nur gerade eine halbe Stunde später fing es wieder an zu regnen. Puuuh, da hatte ich Glück, dass ich das sofort am Morgen erledigt habe. Sonst hätte ich keine Chance gehabt, das noch vor meiner Weiterfahrt zu machen. Aber ich war mir auch nicht sicher, ob die Silikonmasse bereits trocken ist. Was passiert, wenn sie noch nicht trocken ist, und die feuchte Fuge mit Regenwasser in Kontakt kommt? Ist sie dann unbrauchbar? Ich hoffte das Beste. Es hat während dem Frühstück nicht hinein geregnet, während der Fahrt nicht, und jetzt am Nachmittag auch nicht (wie schon mal erwähnt: Der Regen und ich gehen in die gleiche Richtung). Bis jetzt sieht es also gut aus, dass mein Schlafplatz von nun an trocken bleibt. Muss er auch! Diese zweite Matratzenhälfte wird nämlich bald belegt sein. Eine gute Freundin, Regula, begleitet mich ab dem 22. April für drei Wocheeeen! Juhuuuuiii! Ich bin nun heute, Sonntag, in Haro angekommen. Die gut dreistündige Fahrt hierher war extrem schön. Herrliche Landschaften. Leider hat auf meinem Beifahrersitz jemand gefehlt, wo diese Landschaft mit meiner Kamera hätte festhalten können. Doch einige Fotos konnte ich dann auch machen. Ich bin wieder mal über einen Pass gefahren :). Passhöhe 900m, sogar mit etwas Schnee. Ja, hier in Nordspanien herrschen auch wieder etwas andere Temperaturen. Nichts mehr mit Kurzenhosen und T-Shirt :(. Hier steigt das Thermometer auch nur gerade auf 10°C. Haro ist eigentlich die unattraktive Hauptstadt von der Region „La Rioja“. Haro wird durch den traditionellen Weinbau geprägt. Es hat hier jegliche „Bodegas“ (Weinkellereien), die man besichtigen kann. Darum habe ich mich entschieden dieses unattraktive Städtchen zu besuchen. Nur blöd, dass ich einen Sonntag erwischt habe. Da haben natürlich alle diese Bodegas zu. Also habe ich mir erstmals Haro angeschaut. Das Zentrum ist noch ganz härzig. Aber ausserhalb des Zentrums ist es wirklich nicht mehr attraktiv.

Während der Nacht hatte es wieder stark geregnet. Ich war richtig angespannt, und habe immer wieder Licht gemacht, um zu sehen, ob schon irgendwo Wasser eindringt. Nichts – Erleichterung. Am Morgen habe ich bewusst etwas mehr gefrühstückt, als normal, da ich ja bald Wein in meinem Magen haben werde. Ich habe mich entschlossen die „Bodega Muga“ zu besuchen. Ich hatte Glück. Kaum10 Minuten nach meiner Ankunft, begann die Tour. Zwar auf Spanisch – egal. Die Tourfrau hat dann so gequaselt und geplaudert. Ich habe das dann mehr oder weniger verstanden, und mir den Rest zusammengereimt. Es war sehr interessant. Am Schluss der einstündigen Tour konnten wir noch ein Glas Weisswein und ein Glas Rotwein trinken. Dazwischen gabs Crackers. Der Weisswein war jetzt nich so nach meinem Geschmack, aber der Rotwein mundete mir. Als Souvenir konnten wir dann unser Weinglas behalten, und bekamen zugleich so eine Weintasche aus Jute – nett. Viel mehr Wein durfte ich ja auch gar nicht trinken, da ich ja bald darauf wieder weitergefahren bin.

Nächster Halt: Donostia-San Sebastián. Ich bin dann hier am späteren Nachmittag angekommen. Der Campingplatz liegt etwas oberhalb von S. Sebastián in einer herrlichen Gegend. Hier ist es überhaupt ganz schön. Berge, grüne, saftige Hügel, Wälder, Meer und Strand. Hier bleibe ich für zwei Nächte. Heute Nachmittag habe ich die Gegend auf diesem Hügel noch etwas erkundschafted, und meine tolle Wifi-Verbindung ausgenutzt. Morgen geht es dann den ganzen Tag in die Stadt hinunter. Die soll ja so extrem schön und vielfältig sein, habe ich gelesen. Ich werde es ja bald sehen. Ach ja, heute war wieder einmal ein sonniger Tag. Aber auch nicht allzu warm. Nur ca. 12°C. Und die nächsten Tag werden auch nicht wärmer… :(.

Hasta la vista!

Madlene



Holà España!

15 04 2012

So, jetzt habe ich Portugal hinter mir gelassen und erkunde nun die Nordküste Spaniens. Mein erster Stopp war Santiago de Compostela (Endstation des Jakobsweges). Ich habe sogar auf den letzten Kilometern vor Santiago d. Compostela Wanderer gesehen. Kaum auf dem Campingplatz angekommen, machte ich mich bereits auf den Weg ins Stadtzentrum. Für einmal zu Fuss, da es nur ein halbstündiger Fussmarsch ist. Vor der berühmten Kathedrale hatten sich auch schon einige Pilger versammelt. Ich ging dann hinein. Es ist jetzt nicht eine ausserordentlich wunderschöne Kirche. Aber ihre Grösse machte schon Eindruck. Es herrschte auch eine spezielle Atmosphäre. Ich habe dann noch ein Kerzchen durch elektrischen Zauber leuchten lassen, und bin wieder nach draussen gegangen. Ich flanierte so durch die Gassen, und liess mich von der Menschenmasse leiten. Es ist schon wieder eine kleine Umstellung in Spanien zu sein. Jetzt muss ich mir wieder „Gracias“, statt „Obrigada“ und „un caffe con leche“, statt „un galão“ angewöhnen. Ach ja, und jetzt kann ich das WC-Papier wieder ins WC schmeissen, und nicht mehr in einen Eimer. Dann kam mir auch noch plötzlich in den Sinn, dass ich hier in Spanien die Uhr wieder eine Stunde nach vorne stellen muss. Zeit, um wieder zum Camping zurück zu gehen.

Ich hatte mich entschieden am nächsten Tag (Freitag, der 13. April – wuhuuu Freitag der 13.! 😉 ) um 12.00h den Gottesdienst in der Kathedrale zu besuchen. Die Frau an der Rezeption des Campingplatzes hatte mir gesagt, dass der 12 Uhr-Gottesdienst, der Wichtigste des Tages sei. Ich konnte mir gerade noch einen von den wenigen, leeren Sitzplätzen ergattern, und das, obwohl ich bereits um 11.45h in der Kathedrale war. Es herrschte eine ganz besondere Atmosphäre. In der Mitte hatte es Bänke, links und rechts war je ein Gang. Der Gang war während des ganzen Gottesdienstes in Bewegung. Leute kamen und gingen, machten Fotos und flüsterten miteinander. Von der Predigt habe ich leider nichts verstanden. Aber sie verläuft ja gleich wie bei uns: Sitzen, Stehen, Lesungen, Sitzen, Stehen, Singen, Beten… Beim „Vater Unser“ konnte ich dann wieder einsteigen. Und halt bei so Sachen, die man weiss, dass man sie jetzt auf Deutsch sagt. Ach ja, und beim „Frieden“ wünschen, schüttelte ich auch mehreren Menschen die Hand und flüsterte ein „Pace“. Bei der Kommunion wurde es so richtig emotional. Viele Menschen fingen an zu weinen. So kullerte mir schlussendlich auch noch eine Träne über die Wange. Nach einer knappen Stunde war der Gottesdienst vorbei, und ich ging wieder zum Campingplatz zurück. Ich machte den Bus wieder abfahrbereit und fuhr dann Richtung Gijón – eine 4-stündige Fahrt, eigentlich. Ich war zeitlich wirklich gut dran, bis sich meine Ausfahrt in Luft aufgelöst hatte. Wo eigentlich meine Ausfahrt 385 kommen sollte, stand bereits Ausfahrt 384. Hööö? Hab ich da was verpasst? So kehrte ich um, um ganz sicher zu sein, dass „meine“ Ausfahrt wirklich nicht da war. Sie war wirklich nicht da. Also nahm ich die Ausfahrt 384 und fuhr Richtung Hafen, da ich gelesen hatte, dass sich dieser Campingplatz am Meer und in der Nähe des Hafens befände. Es war weit und breit kein Camping in Sicht. Auf dem grossen Parkplatz vor dem Hafen stand ein kleiner Wohnwagen mit spanischem Kennzeichen. Ich klopfte an die Tür, und juheee, ein Mann öffnete. Ich fragte ihn auf Spanisch, ob es hier in der Nähe einen Campingplatz gäbe. Das wisse er nicht, sagte er. Ich fragte dann, ob er Englisch könne. Konnte er leider nicht. Also habe ich mit Handzeichen gefragt, ob er hier schlafe, ob das erlaubt sei, und ob das sicher sei. Er hat dann irgendetwas geplappert, was ich nicht verstanden habe. Es klang danach, als ob er nicht hier übernachten werde. Da sah ich einen Lastwagenchauffeur, der ganz so aussah, als ob er hier auf dem Platz übernachten werde. Also ging ich zu ihm, und fragte ihn zuerst, ob er wisse, wo der Campingplatz sei (auf Spanisch). Nein, das wisse er nicht. Ich habe ihn dann gefragt, ob er auch Englisch spreche. Leider Nein, aber Russisch könne er. Das half mir auch nicht weiter. So fragte ich mit Händen und Füssen, Spanisch und Englisch, ob er hier schlafen werde. Er sagte, Ja. Ich fragte dann weiter, ob es sicher sei, und ich in meinem Bus neben seinem Lastwagen schlafen könne. Ich hatte keine Lust mehr noch lange nach dem Campingplatz zu suchen, denn es war schon etwas spät. Meine Frage hatte der Mann wohl etwas falsch verstanden. Er hat mir dann so auf Spanisch/Englisch gesagt, dass er, ein alter Mann, nicht mit einer jungen Señorita schlafe. Hahaha! Ich erklärte dann nochmals, dass ich nicht mit ihm schlafen möchte, sondern in meinem Bus nebenan. Da war er dann einverstanden :). Aber irgendwie fühlte ich mich auf diesem Platz schon nicht so sicher. Also ging ich zur nächsten Tankstelle, und fragte dort nach dem Campingplatz. Uuuuh, da sei ich hier falsch. Der Camping sei am anderen Stadtende. Er erklärte mir auf einer Karte den Weg, und ich entschloss meinen neuen Freund alleine schlafen zu lassen. So fand ich den Campingplatz schlussendlich doch noch. Man muss einfach mit den Leuten sprechen, dann findet man alles. Die Menschen hier sind echt hilfsbereit und freundlich. Leider hat es dann auch noch den ganzen Abend geregnet (es regnete schon tagsüber). Seit Sintra regnet es jetzt immer wieder – auch ziemlich heftig manchmal. Ich glaube ich fahre dem Regen hinterher. Es scheint, als gingen wir in die gleiche Richtung :(. In Gijón hat nun das hintere Dachfenster seine Mängel aufgezeigt: Es regnet rein! Zum Glück nur auf einer Matratzenhälfte. So konnte ich eine Pfanne darunter stellen, und auf der anderen Matratzenhälfte schlafen. Ich hatte dann zwar schon nicht so einen ruhigen Schlaf. Am nächsten Morgen fuhr ich bereits am Vormittag wieder weiter. Habe also von der Stadt Gijón nicht viel gesehen. Ich hatte keine Lust im strömenden Regen spazieren zu gehen.

Jetzt bin ich in Santander. Es regnet auch wieder. Während der Fahrt hat es auch hineingeregnet. Hoffentlich trocknen die Matratzen noch etwas bis ich schlafen gehe. Sonst drehe ich sie halt um. Passt schon :). Ich habe heute (14.4.) noch Silikon organisiert, damit ich das Dachfenster abdichten kann. Leider kann ich das momentan noch nicht machen, da es ständig regnet. Der Untergrund muss ja bei der Anwendung trocken sein. Also warte ich mal den Morgen ab. Das Dachfenster ist jetzt mal mit einem Plastiksack abgedeckt. Ich hoffe, dass das für diese Nacht hält. Jetzt ist dummerweise gerade der Wifi-Empfang weg. Jänu. Werde den Bericht dann halt später hochladen.

Hasta luego!

~ Madlene

Kilometerstand am 14. April 2012: 6‘085 km