Holà España!

15 04 2012

So, jetzt habe ich Portugal hinter mir gelassen und erkunde nun die Nordküste Spaniens. Mein erster Stopp war Santiago de Compostela (Endstation des Jakobsweges). Ich habe sogar auf den letzten Kilometern vor Santiago d. Compostela Wanderer gesehen. Kaum auf dem Campingplatz angekommen, machte ich mich bereits auf den Weg ins Stadtzentrum. Für einmal zu Fuss, da es nur ein halbstündiger Fussmarsch ist. Vor der berühmten Kathedrale hatten sich auch schon einige Pilger versammelt. Ich ging dann hinein. Es ist jetzt nicht eine ausserordentlich wunderschöne Kirche. Aber ihre Grösse machte schon Eindruck. Es herrschte auch eine spezielle Atmosphäre. Ich habe dann noch ein Kerzchen durch elektrischen Zauber leuchten lassen, und bin wieder nach draussen gegangen. Ich flanierte so durch die Gassen, und liess mich von der Menschenmasse leiten. Es ist schon wieder eine kleine Umstellung in Spanien zu sein. Jetzt muss ich mir wieder „Gracias“, statt „Obrigada“ und „un caffe con leche“, statt „un galão“ angewöhnen. Ach ja, und jetzt kann ich das WC-Papier wieder ins WC schmeissen, und nicht mehr in einen Eimer. Dann kam mir auch noch plötzlich in den Sinn, dass ich hier in Spanien die Uhr wieder eine Stunde nach vorne stellen muss. Zeit, um wieder zum Camping zurück zu gehen.

Ich hatte mich entschieden am nächsten Tag (Freitag, der 13. April – wuhuuu Freitag der 13.! 😉 ) um 12.00h den Gottesdienst in der Kathedrale zu besuchen. Die Frau an der Rezeption des Campingplatzes hatte mir gesagt, dass der 12 Uhr-Gottesdienst, der Wichtigste des Tages sei. Ich konnte mir gerade noch einen von den wenigen, leeren Sitzplätzen ergattern, und das, obwohl ich bereits um 11.45h in der Kathedrale war. Es herrschte eine ganz besondere Atmosphäre. In der Mitte hatte es Bänke, links und rechts war je ein Gang. Der Gang war während des ganzen Gottesdienstes in Bewegung. Leute kamen und gingen, machten Fotos und flüsterten miteinander. Von der Predigt habe ich leider nichts verstanden. Aber sie verläuft ja gleich wie bei uns: Sitzen, Stehen, Lesungen, Sitzen, Stehen, Singen, Beten… Beim „Vater Unser“ konnte ich dann wieder einsteigen. Und halt bei so Sachen, die man weiss, dass man sie jetzt auf Deutsch sagt. Ach ja, und beim „Frieden“ wünschen, schüttelte ich auch mehreren Menschen die Hand und flüsterte ein „Pace“. Bei der Kommunion wurde es so richtig emotional. Viele Menschen fingen an zu weinen. So kullerte mir schlussendlich auch noch eine Träne über die Wange. Nach einer knappen Stunde war der Gottesdienst vorbei, und ich ging wieder zum Campingplatz zurück. Ich machte den Bus wieder abfahrbereit und fuhr dann Richtung Gijón – eine 4-stündige Fahrt, eigentlich. Ich war zeitlich wirklich gut dran, bis sich meine Ausfahrt in Luft aufgelöst hatte. Wo eigentlich meine Ausfahrt 385 kommen sollte, stand bereits Ausfahrt 384. Hööö? Hab ich da was verpasst? So kehrte ich um, um ganz sicher zu sein, dass „meine“ Ausfahrt wirklich nicht da war. Sie war wirklich nicht da. Also nahm ich die Ausfahrt 384 und fuhr Richtung Hafen, da ich gelesen hatte, dass sich dieser Campingplatz am Meer und in der Nähe des Hafens befände. Es war weit und breit kein Camping in Sicht. Auf dem grossen Parkplatz vor dem Hafen stand ein kleiner Wohnwagen mit spanischem Kennzeichen. Ich klopfte an die Tür, und juheee, ein Mann öffnete. Ich fragte ihn auf Spanisch, ob es hier in der Nähe einen Campingplatz gäbe. Das wisse er nicht, sagte er. Ich fragte dann, ob er Englisch könne. Konnte er leider nicht. Also habe ich mit Handzeichen gefragt, ob er hier schlafe, ob das erlaubt sei, und ob das sicher sei. Er hat dann irgendetwas geplappert, was ich nicht verstanden habe. Es klang danach, als ob er nicht hier übernachten werde. Da sah ich einen Lastwagenchauffeur, der ganz so aussah, als ob er hier auf dem Platz übernachten werde. Also ging ich zu ihm, und fragte ihn zuerst, ob er wisse, wo der Campingplatz sei (auf Spanisch). Nein, das wisse er nicht. Ich habe ihn dann gefragt, ob er auch Englisch spreche. Leider Nein, aber Russisch könne er. Das half mir auch nicht weiter. So fragte ich mit Händen und Füssen, Spanisch und Englisch, ob er hier schlafen werde. Er sagte, Ja. Ich fragte dann weiter, ob es sicher sei, und ich in meinem Bus neben seinem Lastwagen schlafen könne. Ich hatte keine Lust mehr noch lange nach dem Campingplatz zu suchen, denn es war schon etwas spät. Meine Frage hatte der Mann wohl etwas falsch verstanden. Er hat mir dann so auf Spanisch/Englisch gesagt, dass er, ein alter Mann, nicht mit einer jungen Señorita schlafe. Hahaha! Ich erklärte dann nochmals, dass ich nicht mit ihm schlafen möchte, sondern in meinem Bus nebenan. Da war er dann einverstanden :). Aber irgendwie fühlte ich mich auf diesem Platz schon nicht so sicher. Also ging ich zur nächsten Tankstelle, und fragte dort nach dem Campingplatz. Uuuuh, da sei ich hier falsch. Der Camping sei am anderen Stadtende. Er erklärte mir auf einer Karte den Weg, und ich entschloss meinen neuen Freund alleine schlafen zu lassen. So fand ich den Campingplatz schlussendlich doch noch. Man muss einfach mit den Leuten sprechen, dann findet man alles. Die Menschen hier sind echt hilfsbereit und freundlich. Leider hat es dann auch noch den ganzen Abend geregnet (es regnete schon tagsüber). Seit Sintra regnet es jetzt immer wieder – auch ziemlich heftig manchmal. Ich glaube ich fahre dem Regen hinterher. Es scheint, als gingen wir in die gleiche Richtung :(. In Gijón hat nun das hintere Dachfenster seine Mängel aufgezeigt: Es regnet rein! Zum Glück nur auf einer Matratzenhälfte. So konnte ich eine Pfanne darunter stellen, und auf der anderen Matratzenhälfte schlafen. Ich hatte dann zwar schon nicht so einen ruhigen Schlaf. Am nächsten Morgen fuhr ich bereits am Vormittag wieder weiter. Habe also von der Stadt Gijón nicht viel gesehen. Ich hatte keine Lust im strömenden Regen spazieren zu gehen.

Jetzt bin ich in Santander. Es regnet auch wieder. Während der Fahrt hat es auch hineingeregnet. Hoffentlich trocknen die Matratzen noch etwas bis ich schlafen gehe. Sonst drehe ich sie halt um. Passt schon :). Ich habe heute (14.4.) noch Silikon organisiert, damit ich das Dachfenster abdichten kann. Leider kann ich das momentan noch nicht machen, da es ständig regnet. Der Untergrund muss ja bei der Anwendung trocken sein. Also warte ich mal den Morgen ab. Das Dachfenster ist jetzt mal mit einem Plastiksack abgedeckt. Ich hoffe, dass das für diese Nacht hält. Jetzt ist dummerweise gerade der Wifi-Empfang weg. Jänu. Werde den Bericht dann halt später hochladen.

Hasta luego!

~ Madlene

Kilometerstand am 14. April 2012: 6‘085 km



Die letzten Tage in Portugal

15 04 2012

Sintra war wirklich schön (obwohl es etwas geregnet hat). Ich fuhr mit meinem Bus in das historische Stadtzentrum hinein und parkierte mal irgendwo. Danach suchte ich das Touristoffice, um mir eine Stadtkarte zu holen. Anschliessend spazierte durch alle Gässchen, verweilte in Läden und degustierte den Kirschschnaps (Ginja), den für diese Region so typisch ist. Der schmeckt etwa so wie ein „mon chérie“. Beim Degustieren trank man den  Schnaps aus einem kleinen Schockobecher, den man danach natürlich essen konnte. Okok, ich gebe es ja zu – ich habe den Schnaps nur wegen dem Schockobecher probiert ;-). Da mir dieser Kirschschnaps aber wirklich gemundet hat, kaufte ich mir eine kleine Flasche (200ml). Da ich früh dran war, entschied ich mich noch an die Küste zum „Cabo da Roca“ zu fahren. Dieser Ort gehört auch noch zum Naturpark. Auf der Karte stand, dass es dort einen Leuchtturm und einen schönen Aussichtspunkt habe. Also, nichts wie hin. Es war ganz nett. Nicht gerade der Knüller, aber ganz ok. Ich wanderte dann noch ein bisschen an der Küste entlang. Eigentlich hätte ich mir ja einen Campingplatz in der Nähe von Sintra herausgesucht – eigentlich. Dann kam alles anders. Beim Zurückfahren nach Sintra habe ich noch am Strand „Plaia Grande“ halt gemacht. Aber nicht ohne Grund. Ich wusste, dass man hier auch surfen konnte, und wollte mal abchecken, ob es Surfer im Wasser hat. In Baleal haben alle reisenden Surfer am Strand in ihren Bussen übernachtet. So dachte ich mir, wenn es Surfer hat, die hier am Strand übernachten, mache ich das auch. (Nur keine Sorge, Mami). Als ich dort ankam, waren keine Surfer im Wasser. Es stand aber bereits ein Wohnmobil mit portugiesischem Kennzeichen dort. Ich spazierte am Strand entlang, und als ich dann zurück bei meinem Bus war, klopfte ich an das portugiesische Wohnmobil. Ich wollte nämlich fragen, ob sie hier übernachten, und ob das unbedenklich sei. Es stellte sich dann heraus, dass sich zwei Deutsche (ca. 64 Jahre) darin befanden. Sie hätten sich das auch gerade gefragt. Aber der Freund (auch ein Deutscher, der hier lebt), bei dem sie das Womo gemietet haben, habe ihnen diesen Platz empfohlen. Aber vor dem Platz stand eben so eine doofe Verbotstafel. Hmmm, was nun? Kurze Zeit darauf, kam ein Fischer vom Strand zum Platz. Ich fragte ihn dann, ob er wisse, ob man hier übernachten darf (polizeitechnisch), und ob es sicher sei (ausraubetechnisch). Er meinte dann, dass man übernachten dürfe. Die Polizei könne zwar schon aufkreuzen, aber nur um die Lage abzuchecken. Und wegen der Sicherheit meinte er, dass er keine Bedenken hätte. Das deutsche Paar hat sich währenddessen bei einer anderen Person erkundigt, die, die Aussage des Fischers bestätigt hat. Gut, wir bleiben. Als ich dann später in einem Café einen Galão (Milchkaffee) getrunken habe, fragte ich dort sicherheitshalber nochmals nach. Auch diese Frau hatte keine Bedenken. Bei den Deutschen zurückgekehrt, hatte sich in der Zwischenzeit auch ein Franzosenpaar dazugesellt. Ich wurde dann am Abend von den Deutschen zu einem Glas Rotwein in ihrem Womo eingeladen J. Das sind zwei Reiselustige, sag ich euch. Sie sind schon früher mit Wohnmobilen weit herumgereist. Damals aber auch noch in Selbstausgebauten. Unter anderem, seien sie insgesamt dreimal mit dem Camper von Berlin nach Nepal gefahren (Fahrzeit je 6 Wochen). Krass, nicht? Heute gehe das natürlich nicht mehr. Auch damals war der Iran schon etwas kritisch. Sie hätten dann immer einen Soldaten auf den Beifahrersitz gesetzt bekommen, und mussten die 3‘000km durch den Iran so schnell wie möglich abspulen. Je näher sie Nepal gekommen seien, desto leerer wurde der Camper. Sie hätten dann nach und nach den Inhalt verkauft, um 1. wieder Geld zu haben, und 2. den leeren Bus dann in Nepal zu verkaufen. Mit dem Erlös konnten sie sich nicht nur den Rückflug nach Berlin leisten, sondern zugleich einen Flug nach Thailand oder einen langen Aufenthalt in Nepal. Nicht schlecht, oder?! Es war wirklich noch ganz interessant mit diesen zwei zu plaudern. Es kam dann auch wirklich noch die Polizei. Aber wie schon der Fischer gesagt hat, schaute sie nur kurz nach dem Rechten.

Gegen 23.00h ging ich dann wieder zu mir rüber, und machte mich bettfertig. Nach einer ruhigen Nacht, wurde ich am Morgen vom Rauschen des Meeres geweckt. Ach, ist das herrlich, wenn man bereits früh morgens den Blick auf den Strand und das Meer geniessen kann. So gegen 10.00h verabschiedete ich mich von meinen deutschen Freunden, und fuhr weiter Richtung Porto. Jetzt geht’s also wieder in nördliche Richtung. Ich wusste, dass es in Vila Nova de Gaia einen Campingplatz hatte. Der heisst sogar „Parque de Campismo da Madalena“ :). Aber ich wusste eben nur das. Ich fuhr dann eben mal Richtung Porto – jedoch auf Hauptstrassen. Die Autobahn in Portugal ist nämlich extrem teuer. So hat man zwar viel länger, aber die Fahrt ist umso abwechslungsreicher. Nach 5 Stunden Fahrt bin ich dann in Vila Nova de Gaia angekommen. Und wo ist jetzt der Camping? War natürlich gerade nichts angeschrieben – wäre ja auch zu schön gewesen. Nach etwas ahnungslosem Herumfahren, habe ich dann in der Nähe eines Cafés parkiert, und habe mir zuerst einmal einen Galão gegönnt. Beim Bezahlen fragte ich dann noch, wo denn hier in der Nähe der Camping sei. Es gäbe hier keinen Camping, war die knappe Antwort. Tssss! Wenn man zu faul ist, den Weg zu erklären, oder halt nicht so gut Englisch spricht, sagt man einfach, es gäbe keinen. Auch eine Variante. Also spazierte ich noch etwas weiter die Strasse hinunter. Ich fand dann wieder so eine tolle, grosse Übersichtskarte der Stadt. Ich fand dann auch die Strasse, wo der Campingplatz ist. Leider war jedoch nirgends markiert, wo ich mich momentan befinde. Ich hab dann einen vorbeigehenden Herrn gefragt, der mir mein Standort gezeigt hat, und mir sogleich den besten Weg zum Campingplatz erklärt hat. Mein Held! Keine 10 Minuten später war ich auf dem Campingplatz – von wegen, es gäbe keinen, tsss! Übrigens gab es auch noch einen Strandabschnitt, der “Praia da Madalena” hiess :). Ich habe ja jetzt schon viele Wohnmobile gesehen. Wobei Wohnmobil untertrieben ist. Das waren richtige Reisecars, die zugleich noch einen Anhänger mit einem Mini darauf angehängt hatten! Und ich daneben mit meinem kleinen Büssli, hihi. Auf diesem Camping (Madalena) habe ich jetzt noch etwas anderes entdeckt: Man parkiert jetzt neu den Smart IM Reisebus (siehe Foto) – ohne Worte.