zwischen Amethysten und dem Santa Claus
4 08 2012Ich ging also nach Luosto in diese einzig aktive Amethyst-Mine in Europa. Obwohl es eher teuer war, hat mich das Geld im Nachhinein nicht gereut. Es wurde viel Interessantes erzählt und erklärt. Zum Beispiel, dass man in dieser Mine, nicht wie üblicherweise im Untergrund arbeitet, sondern oben auf der Oberfläche. Das hat seinen guten Grund. Uns wurde folgendes erklärt: Vor Millionen vor Jahren, war dieser Hügel (rund 330m.ü.M, oder so) noch so hoch wie die Alpen (über 4000m). Die Eiszeit und die zwei Erdplatten verursachten jedoch, dass der Berg vom Gipfel her anfing zu „brechen“. So wurde er immer kleiner und kleiner. Die zwei Erdplatten wirken übrigens noch immer: Jedes Jahr sänke sich der Hügel um einen weiteren Zentimeter, währenddessen das Himalayagebiet um einen Zentimeter wachse. Obwohl man jetzt also auf der Oberfläche nach Amethysten sucht, sei man eigentlich tief im Berg drin. Nach weiteren Erklärungen über den Stein, konnte man schliesslich selber ans Werk gehen. Man erhielt einen Bickel, und das grosse Graben konnte beginnen. 🙂 Die Zeit war leider sehr kurz. Ich hätte noch lange weiter graben und suchen können. Ich war so richtig im „Amethystenfieber“. Oder vielleicht lag es auch einfach daran, dass es mir Spass machte wieder einmal ein bisschen körperlich zu „arbeiten“ und dreckige Hände zu bekommen.
Es war schon fast 15.00h als ich zurück beim Bus eintraf. Soll ich jetzt noch auf eine kurze Wanderung in den nicht weit entfernten Nationalpark? Es ist ja noch lange hell. Ooooder, soll ich in dieses Amethyst Wellness & Spa? Ich schaute zum Himmel hoch: ziemlich bedeckt, ab und zu etwas Sonne. Ich entschied mich für einen Wellnessnachmittag :). Nach gut fünf Monaten auf Reisen gönnte ich mir etwas Erholung im Schwimmbad, im Sprudelbad, an den Massagedüsen und in der Sauna. Es tat wirklich gut und es war herrlich. Nach dem Baden checkte ich dort am PC noch das Wetter für die nächsten Tage. Da es für den nächsten Tag (Samstag) viel besseres Wetter vorausgesagt hatte, als für Sonntag, habe ich mich entschieden zuerst zum Oulanka Nationalpark zu gehen, und dann nach Rovaniemi. Hatte dies eigentlich umgekehrt im Sinn gehabt. Ich steuerte also noch am Abend mein nächstes Ziel an: Oulanka Nationalpark. Dieser Park liegt direkt neben der russischen Grenze. Er ist vor allem für seine Bärenroute bekannt. Diese 80km lange Route (keine Rundtour) führt durch Wälder, vorbei an Stromschnellen, Wasserfällen und Canyons. Da es wiederum etwas zu zeitaufwändig gewesen wäre, diese Route zu wandern, entschloss ich mich für die kleine Bärenroute. Am Samstag, 28.7., startete ich diese 12km lange Rundwanderung. Es war eine super schöne Wanderung, die durch Wälder, über Brücken, an Stromschnellen und am Canyon entlang führte. Da es eher eine kurze Tour war, fuhr ich ca. um 15.00h weiter in die Hauptstadt Lapplands – Rovaniemi (60‘000 Einw.). Ich schlenderte etwas durch die Strassen, hörte einer Band zu, trank einen Kaffee und informierte mich über das Weihnachtsmanndorf, das ganz in der Nähe lag. Durch dieses Weihnachtsmanndorf geht übrigens auch der Polarkreis (deshalb begegnet man dort dem Santa Claus). Nach 15-minütiger Fahrt bin ich in diesem Santa Claus Village angekommen. Es war bereits fast alles geschlossen. Nur ein Souvenirladen war noch offen. Es war ja schon 20.30h. Man konnte sich natürlich trotzdem im Village umsehen und die Polarkreislinie übertreten. Da ich alleine war, konnte ich ungestört einige Fotos via Selbstauslöser machen :). Ich entschloss mich zugleich über Nacht dort auf dem grossen Parkplatz zu bleiben (das war erlaubt), und dann am nächsten Morgen dem Santa Claus „Hallo“ zu sagen.
Am Morgen hatte es natürlich um einiges mehr Leute als am Vorabend. Zum Glück hatte ich schon meine Polarkreisüberquerungs-Fotos gemacht ;). Ich spazierte also nochmals durch das Village und besuchte die vielen Souvenirläden, wo doch alle praktisch dasselbe verkauften. Nun war der Moment gekommen: Ich ging durch die Tür, wo man schlussendlich den Santa Claus treffen würde. Zuerst ging man über Eisschollen, dann kam man in seine Werkstatt, und über eine breite Treppe und einen nachfolgenden Flur erreichte man die Tür, die zum Santa Claus führte. Leider durfte man während der ganzen Zeit keine Fotos machen :(. Eine Elfe öffnete mir die Tür, und ich sah IHN! Den einzig wahren und einmaligen Santa Claus. Er sass auf einem Stuhl. Ich ging zu ihm rüber, und wir gaben uns die Hand (ich wasche mir jetzt niiiieee mehr die Hände ;)). Er fragte mich einige Sachen (von wo ich komme, was ich arbeite… – und ich dachte, der Santa Claus wisse alles?! Tssss! ;)) Es gab dann doch noch ein Erinnerungsfoto, das ich jedoch kaufen musste.
Letzte Kommentare